Druckschrift 
Die Wüste in Paris : Novelle / Nach d. Franz. d. Damen Marie d'Heures u. Renée Roger frei bearb. von L. Kruse
Entstehung
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S 80

ſchluchzendz und unfähig ein Wort mehr zu ſa⸗ gen, überreichte ſie Marien das Blatt.

Es enthielt bittre Vorwürfe wegen der Un⸗ beſtändigkeit ſeiner Frau. Er wüßte wohl, ſchrieb er, daß ſie noch nicht alle ihre Pflich⸗ ten verrathen, aber ſie liebte ihn nicht mehr, und er gab ihr den Eid der Treue zurück, der nur eine drückende Bürde für ſie geworden war.

„Der Mann, den Sie mir vorgezogen,“ ſagte er weiterhin,„wird mich genug rä⸗ „chen; möge ſeine Veränderlichkeit Ihr Herz „zerreißen, wie Sie das meine zerriſſen. Ich „fliehe, denn ich haſſe ihn; und doch verpflich⸗ „tet mich ſeine verhaßte Großmuth, mich nicht „an ihm zu rächen. Warum hat er ſich ge⸗ „weigert, auf mich zu ſchießen? Fürchtete er, „mich eines Lebens zu berauben, das er nicht „gefürchtet, mir unerträglich zu machen?“ Der Reſt des Schreibens enthielt das aus⸗ drückliche Verbot, ihm nachzufolgen; und des Unwillens ungeachtet, der aus jedem Worte her⸗

vor⸗