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Die Wüste in Paris : Novelle / Nach d. Franz. d. Damen Marie d'Heures u. Renée Roger frei bearb. von L. Kruse
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vorleuchtete, war es leicht zu ſehen, wie ſehr Herr de Lehon noch immer ſeine Gattin liebte. Ameliens Thränen und ihre Verzweiflung rührten Madame de Loſtanges heftig. Sie ſchloß ſie in ihre Arme, und ganz vergeſſend, wie viel Gram Amelie über ſie gehaucht hatte, ſuchte ſie ihr Hoffnung und Troſt einzuflößen. Es war der erſte wahre Kummer, der Madame de Lehon getroffen, und ſie ergab ſich dieſem mit aller der Heftigkeit und dem Klein⸗ muth eines Weſens, die nur die glücklichen Täuſchungen des Lebens, und nie es ſelbſt ge⸗ kannt; die Gewalt ihrer Empfindungen ließ ſie in der tröſtenden liebevollen Freundin einen Schutzengel erblicken. Sie geſtand in ihrer Reue, daß der Neid, immer Madame de Lo⸗ ſtanges rühmen zu hören, ſie vor Allem hin⸗ geriſſen; ſie gab ſich alle Schuld, und mit Rückſicht auf ihre Erzählung ließ ſich Vieles zu Eugens Entſchuldigung ſagen; vielleicht hatte er ſchon in Mariens Herzen einen noch be⸗ redteren Anwald gefunden⸗ Die Wuͤſte⸗ 6