ſeiner Willenskraft.„Es ſoll immer mein Be⸗ ſtreben ſeyn,“ fuhr er fort,„jeder Leidenſchaft kuͤhn zu begegnen, keiner zu unterliegen, keiner, wie ſehr ſie mich auch bewegt. Axel! die wahre Liebe iſt es wohl werth, man um ſie ſie⸗ ben Jahre diene.“
„Ich habe ſchon,“ erwiederte Axel,— mehr als die Hälfte gedient.“
„Der Leidenſchaft!“ unterbrach ihn der Freund,„und die iſt der Feind der Wahrheit! Pruͤfe, beobachte!— Wollen wir den Oheim ehr⸗ lich und offen fragen? ich muͤßte ihn in dieſer kur⸗ zen Zeit ſehr ſchlecht kennen gelernt haben, wenn ich nicht vorausſetzen durfte, daß der Mann nicht warnt, ohne eine offne redliche Auskunft uͤber ſeine Warnung geben zu wollen, wenn nöthig iſt.“
„Rede mit ihm,“ ſagte Axel,„doch erſt wenn ich fort bin. Ich will durch nichts den morgenden Abend ſtören.— Ich gehe morgen in der Nacht gerade aus Euren Armen nach der Reſidenz.— Ach! ich habe mir es ſchon ſelbſt geſagt,“ fuhr er fort, waͤhrend er den Brief zu
ſich ſteckte;„dieſe Sprache fuͤhrt Liebe nicht.“ 16*


