Druckschrift 
Sieben Jahre. Ein Beitrag zu der geheimen Hofgeschichte eines nordischen Reiches. Aus der Mappe eines verstorbenen Diplomatikers. Th 3
Entstehung
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„Prüfe, ob Du Dir zutrauſt eine Verbin⸗ dung mit Ulla ohne ihre Liebe, vielleicht ohne die Deine, einzugehen. Leidenſchaft der Liebe iſt nicht immer Liebe, Axel!“

„Ich will,“ ſagte Axel ſchmetzüch,„um ihre Liebe bitten; wenn ſie der Liebe wurdig iſt, dann mag ihre Hand folgen.— Guſtav! jetzt wollen wir uns trennen; gehe Du zur Ruhe— ich gehe zu ſchweren unruhigen Gedanken.“

Guſtav druckte ſchweigend ſeine Hand und ging ſeufzend auf ſein Zimmer. Dort zog er raſch das Tuch hervor, breitete es noch ein Mal aus, und ſchauderte unwillkuͤhrlich bei dem Anblicke der Flecken ſeines Bluts; doch loͤſten zugleich die Spuren ihrer Thraͤnen, die ſeine Blicke ſuchten, und bald gefunden zu haben glaubten, dieſen Schauder in Wehmuth auf. Er fuͤhlte, daß ſeine Augen neblicht und feucht wurden; es war ihm, als müßte er ſeine Thränen mit den ihrigen ver⸗ miſchen, als müßte er ſie zum Abſchiede mit tau⸗ ſend Kuͤſſen bedecken.— Da erhob er ſich auf ein Mal raſch.„Iſt ihr Verluſt werth, daß ich ihn beweine?“ ſagte er zu ſich ſelbſt,„warum denn mich Gefühlen einer Seligkeit hingeben, die mich