Druckschrift 
Sieben Jahre. Ein Beitrag zu der geheimen Hofgeschichte eines nordischen Reiches. Aus der Mappe eines verstorbenen Diplomatikers. Th 2
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

———————

— 213—

wohlthuend in ſeinen Blicken ausdruckte, als ſie faſt erſchrocken ihren Vater erſuchte, um ihret⸗ willen von dieſem Entſchluſſe abzuſtehen.

Der General, nie gewohnt Widerſpruch zu erfahren, und am allerwenigſten wenn es eine

haͤusliche Angelegenheit betraf, fuhr lebhaft auf,

doch faßte er ſich ſchnell, wahrſcheinlich aus Ruͤckſicht auf Guſtav, und ſuchte den ausge⸗ ſprochenen Wunſch der Tochter dadurch zu ent⸗ kräften, daß er ihn in's Lächerliche zog.— Hed⸗ wiga ließ ſich indeſſen nicht irre machen. Mit ſanfter Freimuͤthigkeit, ohne jedoch ſolche Gründe in Anſchlag zu bringen, die wohl bei Guſtav, aber ſchwerlich bei dem rauhen PVater wuͤrden Eingang gefunden haben, erklärte ſie unumwun⸗ den, indem ſie ſich auf ihre Unbekanntſchaft mit dem Hofe und der Welt und auf ihren feſten, Entſchluß ſtuͤtzte, nie eine Prachtkleidung anzu⸗ ziehen, die ihre Mängel nur auffallender machen wuͤrde, daß eben eine ſtille unbemerkte Hochzeit eine Bedingung ihres Gehorſams ſeyn müſſe.— Sie hatte, das ſagte der warme Kuß, den Gu⸗ ſtav auf ihre Hand druckte, aus ſeiner Seele ge⸗ ſprochen, jedoch mußte dieſer ſeine ganze Bered⸗