Ja! Schweſter!“ rief Axel auf ein Mal wie ergriffen,„das thut ſie— der Oheim hat Recht. Laſſen wir den Sarg unter Schloß und Riegeln; ſie hat hier auch mich und mein Vor⸗ haben geſegnet.“
Hedwiga ſah ihn betroffen an.
„Ja!“ fuhr er fort,„ich habe ſie geſehen — noch ehe mein Blick dem Deinen begegnete, in dem großen Vorſaale vor Deinem Zimmer iſt ſie mir erſchienen. Es war ihre Miene, ihre Hal⸗ tung und Geſtalt. Sie ſah der Tänte ähnlich, doch juͤnger und weit groͤßer.“
„Wer weiß!“ fiel ihm Hedwiga lächelnd in die Rede.
Als ſie des Abends unter traulichem Geſpräche wieder mit den Verwandten verſammelt waren, erzählte ihnen Hedwiga die Viſion, die der Bru⸗ der gehabt haben wollte, und mit Verwunderung bemerkte ſie, daß Beide betroffen wurden.
„Erinnerſt Du Dich denn der Mutter noch ſo genau?“ fragte der Oheim.
„Ich weiß es nicht, aber ſo wie ſie vor mei⸗ ner kindlichen Phantaſie bisher geſtanden, ſo trat ſie vor mich, mild, leidend und jugendlich.“


