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Kenntniſſe beſaß Thereſe wohl nicht; allein ihr geſunder Verſtand, ihr ſicherer Tact war Erſatz dafuͤr.— Sie ſah folglich auch bald ein, daß ihr Verhaͤltniß in Seltings Hauſe ein mehr knſtliches als naturliches ſey.“ „Die Frau von Selting, die, trotz ihrer gewiß tadelnswerthen Unbeſonnenheit— denn, was nicht an ſich ſchlecht iſt, iſt darum nicht gut, und weil das ganze Verhaͤltniß der Frauen in der Geſellſchaft durchaus conven— tionel iſt, muͤſſen ſie auch mit dieſer zerfallen, ſobald ſie ſich von ihrer Bedingung losreiſſen;— Die Frau von Selting, die recht herzensgut war, fuͤhlte tief in ihrer Seele einen Stachel, deſſen Schaͤrfe ſie gern haͤtte abſtumpfen moͤ⸗ gen, da ſie doch ſein Daſeyn nicht vor ſich ſelbſt ablaͤugnen konnte; darum gab ſie ſich auch mit ganzer Seele der Bildung ihrer beiden Geſchoͤpfe— wie Sie, Lothar! ſich ſchon ausgedruͤckt haben— hin. Aber ſie konnte die Welt dennoch nicht vergeſſen; wuͤrde ſie wohl ſonſt mit lebhaften Erinnerungen aus dem Stadtleben, mit kleinlichen Feſten die Lucke


