Druckschrift 
Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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Was iſt aus ihm geworden? Sprechen Sie ſchnel⸗ ler, um Gottes Willen, ſprechen Sie, ſagte Frau von Bro⸗ nizin mit zitternder Stimme.

So eben erhielt ich einen Bericht von Newski's Ad⸗ jutanten. Sie haben errathen fuhr er mit zitternder, bewegter Stimme fort: ein nicht gewöhnlicher Menſch iſt weniger!. Er ſtarb als Held

Und aus dem Ausdrucke des Grafen war zu erſehen, vaß er die rühmliche That ſeines würdigen Freundes in ihrer ganzen Größe begriff.

Wie viele Gräber ſind für das von der unbezähmbar⸗ ſten Leidenſchaft, von der Liebe erfüllte Herz geſchaffenz es iſt unbegreiflich, daß das menſchliche Herz ſo viele Qua⸗ len zu ertragen vermag! Olga lebte noch einige Zeit nach dieſem ſchrecklichen Schlage; aber was war es für ein Leben!

Frau von Bronizin wünſchte ſie von dem vernichten⸗ den Gedanken an ihr Weh etwas abzuziehen und ihre Thätigkeit auf einen ihrem ſanften, barmherzigen Gemüthe verwandten Gegenſtand zu richten, und beſchäftigte ſich nur mit Werken chriſtlicher Milde. Auch vom eigenen Herzen, für das die Welt eine traurige Einöde geworden, geleitet, unterſtützte ſie verſchämte Arme, die ſich nicht entſchließen, um ein Almoſen zu bitten. Sie ſuchte ſie ſelbſt in den Dachſtuben und in den Kellergewölben auf, Olga, die Unglücklichſte unter allen, mit ſich führend; die gute Ag⸗ nes begriff ganz ihre unendliche Herzenspein. Wanja B. Finski und Miller waren ihre thätigen Gehülfen. Einmal erfuhr ſie, daß ein verborgener Armer ihrer be⸗ ſondern Hilfe bedürfe, und eilte ſelbſt zu ihm hin. Olga war mit ihr. Der Wagen fuhr in einen entfernten Stadttheil, an dem Wolfsfelde und am Häuschen vorbei, das wir früher das graue nannten, und deſſen Farbe ſich, wie wir ſchon bemerkten, in eine ſchmutzige verwandelt hatte. Der Wagen hielt an eben dieſem Häuschen, und von einem Führer geleitet, ſtiegen Olga und Agnes die faule Treppe