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Mann; er war nachläſſig gekleidet, die Barthaare waren lang gewachſen; aus der Unbeweglichkeit der trüben, mat⸗ ten Augen, aus der ſtumpfen, gedankenloſen Aufmerkſamkeit, mit der er auf den Pendelſchlag der neben ihm hängenden Wanduhr horchte, war leicht zu erſehen, daß Alles, was um ihn vorging, ihm fremd war; er ſchien ſich nur hier zu befinden, um das Gemälde menſchlichen Leidens zu ver⸗ vollſtändigen. Der größte Theil ſeiner Glieder war ge⸗ lähmt: es war eine Fleiſchmaſſe, in der das organiſche Syſtem ſich nur durch die Kraft des Galvanismus erhielt. Dieſe ſtarre Fleiſchmaſſe war der Fürſt Aleris.
Wjera errieth mehr durch Inſtinkt die Anweſenheit der Kinder; ſie ſammelte den Reſt ihrer Kräfte, und den Kopf in die Höhe hebend, ſtreckte ſie ihnen die Arme ent⸗ gegen: Jenny und ihr Bruder knieeten nieder.. Wijera ſieß ihre erſtarrten Hände auf die Häupter der Kinder nieder
„Mein Gott! ich danke dir!“ ſagte ſie. Dann konnte ſie kaum noch hinzufügen:„den Geiſtlichen. 4
Und in einigen Minuten ſtarb ſie als wahre Chriſtin.
Zu derſelben Zeit ſtarb im Mittelpunkte der Stadt, in prachtvollen Gemächern ein Mann, deſſen Tod ganz anderer Art war. Smolnew, von Leben und Thatkraft überwallend, ſo lange das Ziel, das er ſo ſehnlich zu er⸗ reichen wünſchte, noch fern war, verfiel mit Erreichung deſſelben in eine tiefe Schwermuth; ihm blieb keine Hoff⸗ nung, kein Wunſch mehr im Leben. Seine an Thätigkeit gewöhnte Phantaſie fing daher bald an, die Bilder der Wirklichkeit mit Traumgebilden zu vertauſchen: ſeine Hy⸗ pochondrie nahm eine andere, ſchreckliche Richtung. Smol⸗ new ſchien es, man richte, foltere ihn. Alle Werkzeuge der ſchrecklichſten Folter ſchwebten ihm vor. Sein herz⸗ zerreißendes Geheul zeigte deutlich, daß er alle Schmerzen der Folter empfinde; dies dauerte ſo lange, bis er ermattet war und das Bewußtſein verlor. Am zweiten Tage ſchien
es ihm, daß man ihm die Glieder verrenkt, gebrochen, die


