246
Adern geſprengt hatte; ſein Geſicht drückte unausdrückbaren Schmerz aus. Die Zimmer wiederhallten vom Morgen bis zum Abende von ſeinem Geheule und Geſtöhne. Ohn⸗ machten dienten ihm anſtatt des Schlafes. Er nahm keine Nahrung zu ſich, denn er wünſchte den Tod. Einige Male wollte er zum Selbſtmorde ſeine Zuflucht nehmen, aber man kam ihm zuvor, man bewachte ihn, und es ſchien ihm, all' dies ſei nur Ränke der Kerkermeiſter und müſſe mit einer Hinrichtung endigen, die die Welt in Schrecken ſetzen ſollte. Zuletzt bildete er ſich ein, man brenne ihn mit glühenden Eiſen; im hoͤchſten Grade erſchöpft, ertrug er nicht mehr dieſe ſcheinbare Folter; dieſes Mal litt er lange. Er ſchrie ein Mal, zwei Mal auf— und ſtarb..
Smolnews ungeheures Vermögen, das ihn mit den reichſten Männern Rußlands in eine Reihe ſtellte, erb⸗ ten die Kinder B.. 8, der Zerlumpte und Jenny. Wanja vergrößerte bei der Theilung den geſetzlichen Antheil der Schweſter ſo bedeutend, daß ſie faſt gleiche Theile be⸗ ſaßen. Jenny hatte das ſechszehnte Jahr erreicht; ſie war ſchoͤn, reif, ſehr reich; nach ihren Gemüthsſchätzen fragte Niemand, und doch waren ſie unſchätzbar. Es iſt daher kein Wunder, daß die Anbeter ſie in Maſſe beſtürmten. Aber ſie lachte jedes Mal, wenn man ihr vom Heirathen ſprach, und wartete doch mit Ungeduld ihres ſiebzehnten Geburtstages.
Dieſer kam endlich und an an demſelben wurden an einem Altare zwei Paare getraut: Miller und Jenny, Finski und Marie„ Es waren die glücklichſten Paare unter der Sonne. Miller, der in der Minute der ſchrecklichſten Verzweiflung in ſeiner Lage eine Lichtſeite aufzufinden ver⸗ ſtand, fand in der Fülle ſeines Glückes eine Schattenſeite.
„„Wie Schade, nicht einmal der Schatten eines Kum⸗ mers, wiederholte er ſeiner ſchönen Jenny, die über eine ſolche Philoſophie herzlich lachte. Millers Name wurde einer der bekannteſten in der Geſchichte der Malerei.
——


