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Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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Jenny, fuhr Wanja fort:erinnere Dich Deiner Verſchmachtung, Deiner Qualen im Käſige, in dem man uns wie wilde Thiere einſperrte 4

Aber ſie iſt daran unſchuldig ich zweifle nicht.

Unſchuldig... Nun meinetwegen! Doch hätte ſich dieſes ereignen können, wenn ſie uns nicht aus ihren prachtvollen Gemächern, in denen für hunderte von Die⸗ nern, aber nicht für ihre eigenen Kinder Platz genug war, auf die Straße geworfen hätte.

Bruder! Denke, daß ſie im Sterben liegt daß dieſes ihre letzte Bitte iſt.

Gott mit ihr ich verzeihe ihr, aber ich ver⸗ mag ſie nicht zu ſehen. Ich habe alle Kräfte an⸗ gewendet Ich entſchoß mich ſogar, mitzufahren. Ich wollte ins Haus treten aber ich fühle, daß der Entſchluß im Augenblicke der Vollziehung mich ver⸗ laßt.

Da trat ein Geiſtlicher aus dem nächſten Zimmer.

Wie ſtehts? fragte Finski.

Sie will durchaus nicht vor Gott in der heiligen Beichte ihre Sünden offenbaren. Sie wage es nicht, ſagte ſie, Gottes Verzeihung anzuflehen, wenn ihre eigenen Rinder ihr nicht verzeihen; ſo groß, ſo ſchrecklich ſei ihr Verbrechen!

Finski blickte auf den unentſchloſſen daſtehenden Wanja, als wollte er ihn mit ſeinen Blicken fragen, ob er noch immer in ſeinem Eigenſinne verharre? Jenny ergriff ihn, da ſie ſah, daß der Bruder ſchwanke, bei der Hand und zog ihn mit ſich hinein.

In einem, von dem durch die herabgelaſſenen Fen⸗ ſtervorhänge eindringenden Lichte ſchwach erieuchteten Zim⸗ mer lag auf dem Bette eine fürchterlich leivende, ſterbende Frau: es war die frühere Fürſtin Wjera, ihres Namens, ihrer Groͤße, ihres Reichthums beraubt. Neben dem Bette lag mehr als ſaß, in einem weiten Armſtuhle ein ältlicher