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ihre Wangen hinunter und fielen auf Newskis brennendes Geſicht.
„Morgen,“ fügte Newski hinzu,„fahre ich bei den Umanskiſchen an, von Euch allen Abſchied zu nehmen..
Und als erinnerte er ſich erſt jetzt dieſer herrlichen Familie ſetzte er hinzu:
„O, ich bin nicht ganz dem unerbittlichen Schickſale zur Beute überlaſſen, ich habe noch Freunde„
„Und welche Freunde!„
Frau von Bronizin blickte einige Minuten mit Zärt⸗ lichkeit auf den Mann, den ſie ſo innig liebte und den ſie einer andern, ihrer Meinung nach Würdigern zum Opfer bringen wollte. Dann fügte ſie mit einer leiſen, von Schluchzen erſtickten Stimme hinzu:
„Lebe wohl, Modeſt!“
Und ſie umſchlang ihn mit ihren Armen und drückte
auf ſeine edle, offene Stirne einen feurigen Kuß, als wollte ſie damit den großen Gedanken der Selbſtaufopferung einweihen, der in einer ſo kritiſchen Lebensepoche in dieſem Kopfe entſtand. Man mußte dem edlen Geiſte Neweski volle Gerech⸗ tigkeit wiederfahren laſſen; im Momente der ſchrecklich⸗ ſten Verzweiflung ſuchte er in ſich ſelbſt Hilfe und Ret⸗ tung, und eben da zeigte er ſich in der ganzen Kraft ſeines Geiſtes und Charakters; er ſuchte keinen Schutz gegen die Macht der Verhältniſſe, ſich kühn über ſie ſtel⸗ lend. Er ließ ſich daher auch jetzt nicht von der glück⸗ lichen Zukunft hinreißen, die ihm Frau von Bronizin vorhielt, nein! er war unerſchütterlich in ſeinem Ent⸗ ſchluſſe.
Am andern Tage erhielt Marie von Lenin ein Brief⸗ chen folgenden Inhalts:
„Meine Geſchäfte in Sibirien fordern unausweichbar und vielleicht für längere Zeit meine perſönliche Leitung am Orte ſelbſt. Heute ſchon verlaſſe ich Petersburg. Indem ich mich dieſer freiwilligen Verbannung unterwerfe,


