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Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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ſie dieſes Verbrechen vollzogen, wo die von ihnen geraub⸗ ten Kinder eingeſperrt ſeien,— das wußte Niemand. Wir warfen alles in der Schenke über den Haufen, durch⸗ ſuchten alle Orte in der uns von Ochtin angewieſenen Gegend und fanden nichts. Wir waren in völliger Verzweiflung Man konnte mit Beſtimmt⸗ heit ſchließen, daß von der Einkerkerung der Kinder nur Ochtin und Martha wußten, die ſie peinigten, aber auch nährten, und mit ihrem Tode die Armen der ſchrecklich⸗ ſten Hungerpein ausgeſetzt ſind. Aber was war zu thun? Es dunkelte ſchon, als plötzlich ſchwer Athem ſchoͤpfend auf den Ort unſerer Nachforſchungen ein Mann von ſehr verdächtigem Aeußern herbeirannte; er war uns wegen ſeines Händelſuchens in Schenken bekannt; aber hier war keine Auswahl erlaubt. Der Neuangekommene erklärte, er wiſſe, wo die Kinder verborgen ſeien, die wir ſo ſehr ſuchen, und ſei ohne jedwede Bedingung bereit, uns den Ort ihrer Einkerkerung zu zeigen. Ich war ſo erfreut, daß ich ihn nicht einmal fragte, wie er dazu ge⸗ kommen ſei, ich weiß es noch jetzt nicht. Dieſer Mann iſt hier, und wenn Eure Exeellenz erlauben, mag er ſelbſt erzählen, wie er das Geheimniß entdeckt habe, das wir vergebens zu erforſchen ſtrebten.“

Umanski und alle Anweſenden harrten mit Ungeduld des Retters der beiden Waiſen; endlich trat er ein. Es war unſer alter Bekannter— Oßka, erdfahl, hager, mit blauen Ringen um den Augen, in einer ſchmutzigen Jacke. Miller erkannte ihn ſogleich und warf ſich ihm beinahe an den Hals.

„Schaut ihn an, ganz wie er iſt, ſelbſt ohne einen Biſſen Brod und half mir auf der Straße auf, während hunderte von Leuten vorbeigingen und mir nur neugierig ins Geſicht blickten. Was macht Deine Chriſtel? Warum habt Ihr nicht früher die Anzeige gemacht! Wie Du ge⸗ altert haſt, mein guter Oßka. Die Noth, nichts als die Noth! o, es iſt ſchrecklich!“