218
von hier beim Fürſten Alexis... die Leiden Deines Wohlthäters zu theilen.“
„Agaz Agazowitſch, Ihnen iſt es bekannt, wem ich mit mehr Eifer gedient.“
„Wer theuerer zahlte...
„Dem ſei alſo!“ antwortete Ochtin empfindlich. Die⸗ ſer harte Vorwurf von einem Manne, dem er ſeine mo⸗ raliſche Eriſtenz zum Opfer gebracht, verwundete ſelbſt ſein verſtocktes Herz.
„Dem ſei alſo!.... Doch Sie kannten mich früher als der Fürſt; Sie kannten mich anders, als ich jetzt bin Wer trägt die Schuld, daß ich ſo und nicht an⸗ ders geworden? Agaz Agazowitſch! Ich mache Ihnen keine Vorwürfe.. Aber waren Sie nicht der Erſte, der mein Gewiſſen in Verſuchung führte Erinnern Sie ſich, wie ich, nachdem ich Alles verloren hatte, in Gram verſunken in meinem Zimmer ſaß, waren Sie'es nicht, der mir die glänzendſten Anerbietungen machte, wenn es mir gelingen würde, das friedliche Ein⸗ verſtändniß B....'s, meines einzigen Freundes, mit ſei⸗ ner Frau, der jetzigen Fürſtin Wjera, zu zerſtören Haben Sie mich nicht hernach als Werkzeng ſeines Ver⸗ derbens gebraucht; haben Sie mich nicht von Verbrechen zu Verbrechen geführt, ſo daß ich nicht ein Mal bemerkte, in welchen Strudel ich hineingezogen wurde, mich nicht umſchauen konnte, bis ich mich am Rande des Abgrundes befand Sie haben aus alledem Nutzen gezogen⸗ Jetzt ſind Sie reich und vornehm. Ich bin ſehr froh! Ich murre nicht gegen Sie!.. Ihnen ge⸗ bührt's; Sie ſind klug,— ich bin ein Dummkopf! Aber ich glaubte.. ich hoffte.. daß ich mich jetzt mit den Brocken Ihres Reichthums nähren könnte, daß ich jetzt nicht vor Hunger umkomme, oder mich nicht zu erniedrigen brauche, indem ich bei den Vorübergehenden
um ein Allmoſen bettle.. Ich werde alt es iſt Zeit, Buße zu thun... ich fühle es ſelbſt.
—


