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Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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Umſtände ſich günſtig geſtalten werden. Wenn wir nichts er⸗ denken können, um einem drohenden Ungemache zu entge⸗ hen, bauen wir gewöhnlich unfere Hoffnungen auf Zeit und Umſtände; dies iſt ſelbſt bei den klügſten Leuten der Fall.

Smolnew hatte ſich einige Zeit an Lenin, wie die Katze an der Maus beluſtigt, und in ihm ſeinen Abſichten entſprechende Gefühle erweckt; dann verließ er ihn. Lenin langweilte ihn. Er wußte nicht, was er mit ſich, mit dem Leben, von dem er nichts mehr zu erhoffen, nichts mehr zu erwarten hatte, anfangen ſollte. Was hatte er von dem Kampfe, in dem er beinahe ohne Anſtrengung Sieger geblieben war!.. Wehmuth beſchlich ihn.„

Da meldete man ihm Ochtin's Ankunft.

„Ochtin!“ ſagte er mit einem vielbedeutenden Tone: „gut, er komme!“

Ochtin war in faſt alle Geheimniſſe Smolnew's eingeweiht; ſein Zeugniß allein konnte dieſem, den andern unſichtbaren, böſen Dämone verderblich werden. Ochtin diente größtentheils als Träger der Befehle ſeines Pa⸗ trons, als Vermittler zwiſchen ihm und denjenigen, die ſich blind ſeinem Willen unterwarfen, manchmal ſogar als Vollzieher, wenn die ihm gegebenen Aufträge ſeinen Kräf⸗ ten entſprachen. Wie ſehr auch Smolnew vor ihm ſeine Pläne maskirte, wie ſehr er ſie auch mit dem Namen des Fürſten, für den er zu handeln vorgab, bedeckte, der ſchlaue und ſcharfſinnige Ochtin hatte, wenn auch nicht alle Geheimniſſe durchdrungen, doch Vieles errathen, be⸗ ſonders jetzt, da der Alte ſeinen ungeheuern Reichthum auf den Trümmern des Wohlſtandes des Fürſten Alexis gegründet hatte. Smolnew errieth, weßwegen Ochtin gekommen ſei; da er aber, ſeiner Gewohnheit nach, dieſes bedauernswerthe Geſchöpf ein wenig zu quälen wünſchte, warf er keinen Blick auf ihn, ſo ſehr ſich auch Ochtin in Glückwünſchungen, in Verſicherungen ſeiner Gefühle, ſei⸗ ner Freude ausſchüttete..

„Ach, biſt Du's, Ochtin? Ich glaubte Dich weit

Petersburg am Tage ꝛc. II. 15