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Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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Sechstes Kapitel. Senja.

Der Morgen erhob ſich etwas träge, unwillig, als ſei er noch ſchlaftrunken, als würde ihm übel, wenn er Petersburg anſehe. Es war ein ſo grauer, neblichter Tag, daß wenn nicht der Schlag der Uhren, und das eilige Rennen der arbeitenden Volksklaſſe, vom einfachen Tag⸗ lohner bis zur armen Beamtenfrau, die mit ihrer Köchin demüthig auf den Markt wanderte, wenn nicht alle dieſe Zeichen einer geräuſchvollen Thätigkeit vorhanden wären, man nicht wiſſen würde, ob der Tag angebrochen war: ſo helle war er! An andern Orten, ja in Petersburg ſelbſt iſt manchmal der Abend heller als dieſer neugeborne Tag. Die Menge entfernte ſich bange vom Armen, der bewußt⸗ los auf dem Pflaſter lag: nur von Neugierde gequälte Frauenzimmer entſchloſſen ſich zuweilen, ſich ihm zu nähern und ins Geſicht zu ſehen, in dieſes ſchöne blaſſe Angeſicht; dann gingen ſie gleichgültig ihrer Wege, nachdem ſie ihre Neugierde befriedigt und am Aeußern des Armen ſich geweidet hatten.

Da kam ein Paar vorbei: ein Mann, der ſich von einer Seite auf die Andere ſchaukelte, er war weder be⸗ trunken noch nüchtern, es war ihm nicht gelungen, ſeine Portion völlig einzunehmen; mit ihm ging ein Frauen⸗