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ſpät! ſie ſchien nur einen annehmbaren Vorwand geſucht zu haben, um ſich von mir zu trennen. Sie verließ mich. Ich kann Dir nicht alle Intriguen auseinanderſetzen, mit denen uns dieſer Menſch umſtrickte, um uns für ewig zu trennen, um mich vom graden Wege der Ehre abzulen⸗ ken, um meinen Verſtand durch tauſend erdichtete oder wirkliche Verbrechen meiner Frau und der mir am näch⸗ ſten ſtehenden Leute zu verwirren. Und wirſt Du es glau⸗ ben, mein Sohn, daß er auf dieſe Weiſe nicht für ſich handelte, nicht hingeriſſen von einer ihn beherrſchenden Leidenſchaft, nein, bloß für's Geld, für einen Andern,— dieſer elende Boͤſewicht war— Ochtin. Er redete mir zu, die Welt zu verlaſſen und mich in eine völlige Ein⸗ ſamkeit zurückzuziehen: man betrachtete dieſes als klare Beweiſe des Wahnſinns und benützte ſie zum Vorwande einer geſetzlichen Eheſcheidung. Wir wurden geſchieden. Das brachte mich in Wuth; vielleicht hat mein Verſtand ſich damals wirklich getrübt, indeſſen erinnere ich mich, daß mein früherer Freund, mein Vetter Aleris, ſich mit meiner Frau verheirathete, und mein ganzes Vermögen unter dem Vorwande meiner Verrücktheit an ſich riß. „Aber, meine Kinder, mein Gott, warum habt ihr meine Finder ihres geſetzlichen Erbes beraubt? Nun gut, ich bin wahnſinnig, aber ſie, ſie ſind meine, unſere legitimen Kinder. Mein Gewinſel erregte bloß ein verächt⸗ liches Mitleid Bald ſah ich mich im Narrenhauſe: es iſt, als ob man Jemanden lebendig begrabe... Ich verlor wirklich den Verſtand... Ich weiß nicht, welcher theilnehmende Arm mich aus dem Narrenhauſe in's Ar⸗ menhaus leitete. Doch für mich war es ſchon gleich⸗ gültig, wo ich immer vegetirte: mir fehlte das Bewußt⸗ ſein, Dich erkannte ich kaum und das nur aus Gewohn⸗ heit, ohne das uns verknüpfende Band zu begreifen, wie der Gefangene den Kerkermeiſter erkennt, der ihm jeden Tag Brod und Waſſer bringt. Ich erinnere mich noch. eines ſonderbaren Umſtandes; von der Zeit an, daß ich


