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„Wer iſt der?“ fragte Miller mit einer gegen ſeine frühere Schüchternheit ſehr abſtechenden Kühnheit, obgleich mit weniger Neugierde. 4
„Unſer Boͤrſenmakler,“ antwortete Ochtin ſtolz:„Ge⸗ ſchäfte voll auf.“
„Ein großes Schiff braucht eine hohe Fluth. Welche luſtige Geſellſchaft ſich dort zuſammengefunden! Glück⸗ liches Volk!“
„Die gehören alle uns.“
„Ihr habt ein gar großes Kommando!“
„Ja wohl!“
„An einem langen Tiſche ſaßen gegen zwölf Mann, ihrer Kleidung nach verſchiedenen Völkern angehörend, ihren Stellungen nach ziemlich frech, nach dem Ausdrucke ihrer Geſichter zu ſchließen, von einem plumpen Cha⸗ rakter.
Indeſſen hatten der Punſch und das reichliche Eſſen Miller in eine ſehr gute Stimmung verſetzt, um ſo mehr, als die ihn bis jetzt umlagernde Noth und die Hoffnungs⸗ loſigkeit ſeiner Lage ihm das gegenwärtige Feſt als ein unbegränztes Glück erſcheinen ließen. Auch muß man nicht vergeſſen, daß Miller im Beſitze von fünfzig Rubeln war, ein Reichthum, den er noch nie erreicht hatte. All dies konnte gar manchen verblenden, und die ſchlechteſten Dinge aufs Vortheilhafteſte beleuchten.
In einer Reihe mit den Zechenden ſaß ein hagerer* Mann mit einem ſchmalen Schnurrbarte, in einer ſchmu⸗ tzigen, durchlöcherten, ſogenannten Tſcherkeſſenjacke, mit einem enganſchließenden Leibgürtel, in rothen Stiefeln, den Kopf mit einem großen Kaſchemirtuche, einem Turban ähnlich, umwickelt. Dieſen Mann nannte man Tſcherkeſſe; nannte man ihn ſo ſeiner Kleidung halber, obgleich ſie mehr als einer Nation angehörte, oder trug er dieſes phan⸗ taſtiſche Koſtüm eben ſeines Zunamens wegen,— das war ſchwer zu beſtimmen. Gewiß iſt nur, daß er mit demſelben Rechte ſich Tſcherkeſſe nennen konnte, als man


