Druckschrift 
Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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Du lieber Gott, befinde ich mich denn in einer Lage, die mir erlaubt, wähleriſch zu ſein 2

Miller war bereit alles zu erfüllen, was er in den von ihm verſandten Zuſchriften verſprochen: vielleicht ſo⸗ gar etwas mehr, was eben ſein Schulkamerad erwartete.

Nun, biſt Du verſtändig, Miller... Wer weiß, vielleicht habe ich mich in meinen frühern Vorausſetzungen geirrt: vielleicht bringſt Du es noch weit Du haſt Dich in der Welt faſt aufgerieben, tüchtig gelitten: da wird Dir vielleicht unſer ſorgloſes Leben beſſer ge⸗ fallen.

Sorgſoſes Leben!.

O, was das betrifft, wenn Du nicht die Gewohn⸗ heit haſt, alles bis aufs Hemd in einer Nacht zu ver⸗ lieren, wirds Dir an gar nichts fehlen; bei uns wird die Arbeit ehrlich bezahlt. Du biſt noch ein Neuling; man kann Dich nicht ſogleich in die Geheimniſſe einwei⸗ hen, Du erhältſt blos Arbeit als Freiwilliger.

Wird dieſe Arbeit meinen Kräften, oder beſſer ge⸗ ſagt meinen Fähigkeiten entſprechen?

Dafür bürge ich: nur bitte ich Dich, Miller, ſei nicht zu ſkrupulös!

Sprechen wir nicht mehr davon.

Nun gut! Da haſt Du Deine erſte Ardeit, kopire uns einige Papiere, ein leichtes Ding, aber gib acht, daß es genau ſei.

Ich bürge dafür.

Du mußt in einer Nacht endigen.

Wovon ſoll ich kopiren?

Ich gebe Dir alles Von hier begeben wir uns gerade zu mir. Dort finden wir Zeichnungen und Briefe, doch die Briefe nehme ich über mich.

Wie dankbar bin ich Dir!

Und weißt Du, wie viel Du für die Arbeit er⸗ hältſt? Wie viel?