27
ich„Ach!“ riefendlich Ochtin aus:„es iſt mir etwas eichter.„
Niller blickte verwundert auf ſeinen Kameraden, deſſen Aufregung er erſt jetzt bemerkte.
„Iſ es denn wieder ſchlimm? fragte er ſchüchtern,
die letzte Hoffnung verlierend.“ „Der liebe Himmel mags wiſſen!“ ſo ſah ich ihn nie, und ich habe ihn doch furchtbar genug geſehen; wie ein wildes Thier pflegte er durchs Zimmer zu rennen und den Kopf an die zu Wand ſchlagen, doch das war alles nichts: ich bin daran gewöhnt. Und jetzt iſt er luſtig, aber ſo luſtig, daß bei einem Blicke auf ihn die Haare zu Berge ſtehen: teufliſch luſtig!“
„Wer iſt das?“
„Unſer Patron, unſer Aelteſter!... Du wirſt ihn kennen lernen, wenn Du Dich uns anſchließeſt. Ach, Miller, Miller, wenn Du wüßteſt, was das für ein Menſch, was das für ein Teufel! WMir war er nicht mehr ſchrecklich, das macht die Gewohnheit. Aber jetzt zeigte er ſich ſo, daß ich mich noch immer nicht zu faſſen ver⸗ mag. Was hat er denn in den Augen! nicht umſonſt verbirgt er ſich vor jedermann es ſind keine Men⸗ ſchenaugen.. Er ſagt, die Zeit der Entwicklung ſei da. Das wird eine ſchöne Entwicklung, wenn ſie mit der ganzen Geſchichte im Einklange iſt. Wir wollen ſehen, was daraus wird.
„Und ich habe wieder eine abſchlägige Antwort?“
„Nein! Ich werde einen Schulkameraden nicht ver⸗ laſſen. Ich heiße weder Newoki noch Lenin: Du ſollſt Gewinn haben!“
Millers Augen leuchteten, ob von den Worten Och⸗ tins oder von den drei Gläſern Punſch, an den er durch⸗ aus nicht gewöhnt war.
„Ich hoffe, daß Du in der Auswahl der Beſchäfti⸗ gung nicht gar zu kritlich ſein wirſt und die dumme De⸗ likateſſe, die unzeitige Eitelkeit bei Seite legſt.“


