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Petersburg am Tage und bei Nacht. 5.-8.Bändchen
Entstehung
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Joſchelbizin! Beſitzt er wirklich eine ſolche Fähigkeit? O, im ganzen Departement findet ſich kein ähnlicher Rünſtler! Was Sie da ſagen! Und auch das Paket hat er gemacht? Er macht ſie beſſer als eine Dampf⸗ maſchine. Was Sie da ſagen!

Dies ereignete ſich gerade an einem Poſttage. Der Chef des Amtstiſches ging in das Zimmer des Bureau⸗ chefs und ſah, wie dieſer ſich mit dem Verſiegeln eines Briefes abmühete, und wie der ungehorſame Lack durch⸗ aus unnöthige und unſchöne Zeichnungen auf dem Cou⸗ verte abdrückte. Der Chef des Amtstiſches betrachtete mitleidig die Anſtrengungen ſeines Vorgeſetzten.

Was iſt zu thun, Brüderchen; ich bin mit dieſer Kunſt nicht geſegnet; ich diene ſchon dreißig Jahre, ver⸗ ſtehe es ſo ziemlich eine Note oder einen Privatbrief zu ſchreiben; aber, mache was Du willſt, einen Brief zu ſiegeln oder eine Feder zu ſchneiden bin ich durchaus nicht im Stande.

Das ſchlägt nicht in Ihr Fach! erwiederte der Subalterne.

Um dieſe etwas kühne Antwort eines Untergeordneten begreiflich zu machen, müſſen wir bemerken, daß die älteren Beamten im Allgemeinen gerne damit prahlen, daß ſie zu den niedern Kanzleiarbeiten unfähig ſind, und von ihrer Jugend auf nur Kurzweil getrieben.

Ich bin, wie es ſcheint nicht dazu geſchaffen, es fehlt mir das dazu erforderliche Organ! wie die Gelehr⸗ ten ſich ausdrücken. Aber es iſt wahrlich ſchlimm: eine Feder kann man ſich ſchon ſchneiden laſſen, aber ein Brief iſt ein ſo delikater Gegenſtand, daß man ihn nicht jedem anvertrauen kann. Der Spitzbube braucht nur eine Seite des Couverts zurückzubringen und einen verſtohlenen Blick hineinzuwerfen; genug fur einen Schuft um das Uebrige zu errathen.

Sehr gegründet.

Petersburg am Tage ꝛc. U. 2