von fünf Uhr bis ſpät in die Nacht zu Fuß gingen, in der ſchmutzigen Kneipe warteten und ſo ungeheuer beſchäf⸗ tigt waren? Um ihrem wenn auch an Rang und Verdienſt unter ihnen ſtehenden Kameraden nachzuſpähen, um ſein Geheimniß zu erfahren, da er die perſonificirte Nichtig⸗ keit ein Geheimniß zu haben, gewagt hat; und um ſich über ihn zu beluſtigen. Dieſer Kamerad iſt niemand an⸗ ders als unſer alter Bekannter Jaſchelbizin.
Jaſchelbizin war der kleinſte Kanzleibeamte in irgend einer Abtheilung, die letzte Speiche am Rade, ja nicht ein Mal eine Speiche, nur ein Stück Koth, das ſich ans Rad klebt. Von ihm wäre nichts beſonders zu ſagen, höchſtens, daß jeder wie er wollte oder konnte, ſich über ihn luſtig machte. Es ließe ſich noch von ihm ſagen, daß er für alle und für jede Kleinigkeit für ſeine mit leeren Taſchen und Köpfen verſehenen Kameraden die Dejour übernahm, weil dieſe für höhere Zwecke, aber nicht für ſolche Bagatelles geſch affen waren. In der letzten Zeit hatte Jaſchelbizins Loos ſich bedeutend verbeſſert, das heißt, nicht eben weſentlich, wohl aber in Bezug auf ſeine per⸗ ſoͤnliche Stellung gegen ſeine Kameraden und Obern, und das durch folgenden Zufall. Auf dem Tiſche lag ein Paket, dem Anſcheine nach ein ganz gewoͤhnliches, und doch zog dieſes Paket die Aufmerkſamkeit des Tiſchchefs auf ſich, bei dem(das heißt beim Tiſche, wie man ſich kunſtgerecht in der Kanzleiſprache ausdrückt) Jaſchelbizin diente. Was war alſo an dieſem Pakete beſonders be⸗ merkenswerth? Sie, ich, vielleicht noch viele Andere hätten natürlich nichts entdeckt, was zu bewundern wäre; aber der ſcharfblickende Chef des Amtstiſches ſah beim erſten Blicke etwas Ungewöhnliches: nämlich das Siegel! Ein reines, glattes, vollſtändig abgedrucktes Siegel, ohne ſchwarze Flecken, Spuren der Lichtſchnuppe, ohne irgend eine Scharte des Siegellackes, Spuren der unſichern Hand. Wer hat das Paket geſiegelt? war die erſte Frage; der Journaliſt iſt eben kein großer Meiſter im Siegeln.—


