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Er blickte lange auf's Bild; dann ſprach er traurig:— „Ich habe ſie nicht mehr, meine Tröſterin. ſchwer wird der Kummer auf mir liegen, der mich jetzt heim⸗ ſucht„ Er küßte das Bild und fing das Zettelchen mit thränengefüllten Augen zu leſen an: „Mein lieber Fritz' Aus altem Andenken kam ich, „von Dir Abſchied zu nehmen. Meine Dienſtgeſchäfte „und eine ſtarke Praris erheiſchen es unumgänglich, daß „ich im Mittelpunkte der Stadt wohne: bis jetzt habe ich „bald im Gaſthauſe, bald bei Schulkameraden genachtet. „Ich bin des Herumtreibens müde: es iſt Zeit, einen Ort „zu haben, den Kopf hinzulegen, um ſo mehr, da ich „Kranke bei mir aufnehmen muß. Du kannſt Dir kaum „denken, wie viel ich zu thun habe; man muß Tag und „Nacht arbeiten, und ich unterlaſſe es nicht, um Fortuna „nicht aufzubringen, die mich ſo huldreich anlächelt. Ich „rathe auch Dir, mein lieber Fritz, meinem Beiſpiele zu „folgen und nicht die leiſeſte Gelegenheit, Fortuna's Huld „zu erwerben, vorbeiſchlüpfen zu laſſen. Dieſe Gelegen⸗ „heiten ſind ſelten, Fortuna iſt ein Weib und hat Launen. „Nimm einmal Deine Geſchichte mit dem Fürſten: war „da nöthig, mit einem Manne auseinanderzugehen, der „Dir in der Welt wirklich nützlich ſein konnte. Etwas „Schmeichelei im Geſpräche, einige helle Farben auf dem „Bilde, und Du hätteſt einen zuverläßigen Beſchützer ge⸗ „funden. Das wäre wahrlich vernünftiger, als die geheim⸗ „nißvollen Zuſammenkünfte, der Himmel weiß wo und mit „wem Apropos, ſei doch ſo gut und trage meinen „Rock nicht, um mich und meine Schulkameraden nicht „zu kompromittiren. Ich rechne in dieſem Falle auf Deine „Ehrlichkeit und will Dir nicht durch die Forderung, ihn „mir zu überſchicken, zur Laſt fallen. Lebe wohl! Sei „glücklich. Jwan Newſgodin.“ Dann folgte das Datum. Die Adreſſe ſeiner Wohnung war nicht ange⸗ geben.
Viller faltete das Zettelchen langſam und vorſichtig,


