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Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
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Herzens wecken, das immerfort nach Petersburg ſich ſeh⸗ nen wird und bei den erſten Entbehrungen tritt noch die Reue dazu! und der Durſt nach einem freien, unabhängigen, an Freuden überfließenden Leben, bei der erſten Gefahr wird er um ſo brennender. Ich will all dieſes nicht auf mein Gewiſſen laden, ich will Sie nicht vorthin ſchicken, wohin ich ſelbſt unabhängig im Dienſte und in der Geſellſchaft nicht hinreiſen wollte. Man muß nach eigener, moraliſcher Ueberzeugung, aus Luſt und nicht aus Zwang ſeinen Kräften angemeſſen nützlich wirken: das iſt immer mein Grundſatz bei der Beſetzung der Stellen, und eben darum harmoniren wir vielleicht mit einander. Es verſteht ſich, daß die Be⸗ fähigung das Werk vollendet.

Wie wenig würdigt man Ihren Edelmuth)

Der Graf lächelte verächtlich. Er wendete ſich an Umanski. Das Geſpräch nahm die gewöhnliche Richtung und nach einigen Minuten empfahl ſich Lawr⸗Sokolnick, Wirth und Wirthin über dieſen unerwarteten Beſuch in einer ſehr zufriedenen Stimmung zurücklaſſend. Aus dem Vorzimmer, bis wohin er den ſo theuern Gaſt begleitet hatte, zurückkehrend, ſah Newski Marie mit Lenin in einem Winkel ſich eifrig unterhalten; er wollte vorbei⸗ gehen, als ob er ſie nicht bemerkt hätte, doch Marie war ſeinem Blicke begegnet, verwirrte ſich und trat raſch zu⸗ rück; vann lief ſie auf ihn zu, und ihre beiden Hände auf ſeine Schultern legend, ſah ſie ihn mit einem ſanften, zärtlichen Lächeln an; und ihn, als fühlte ſie ſich in et⸗ was ſchuldig, zu beſänftigen wünſchend, ſagte ſie:

Modeſt, ſei nicht boͤſe nun, wenn Du willſt, werde ich ſingen? Ja? was wünſcheſt Du alſo zu hören? Ah, da iſt Dein Freund, er ſoll das Geſangsſtück wäh⸗ len. Monſieur Alexandre, es iſt entſchieden, daß ich ſingez gern oder ungern, müſſen Sie mich alſo hören. Sagen Sie alſo, was Sie mit größerer Geduld anhören wür⸗ den, denn ich wünſche, Ihnen gefällig zu ſein.