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Nebenbuhlerſchaft. Lawr⸗Sokolnik war jung, von hoher Statur und hatte ſchoͤne Geſichtszüge. Seine gewöhn⸗ lich trockenen und kalten Manieren ſtachen gar ſehr ab gegen ſein faſt ehrerbietiges Benehmen mit der Familie Umanski, und frappirte beſonders, die zum erſten Male Zeugen davon waren.
Man ſervirte den Thee, und gleich darauf trat Marie ein.
„Iſt der Thee hinlänglich ſüß 2“ fragte die Wirthin beſorgt.
„Ja,“ antwortete Marie,„Sie haben ſelbſt den Thee vorbereitet und ich kenne den Geſchmack des Grafen.“
„Ich werde mir Mühe geben, Sie zu ſtudieren, um eben ſo ſorgfältig Ihren Wünſchen zuvorzukommen,“ ant⸗ wortete der Graf.
„Sie werden vielleicht Ihren Geſchmack nicht billi⸗ gen, Graf, wenn er Ihnen bekannt wird.“
„Und warum das?“ fragte Marie auffahrend und die Roſenlippen aufblaſend, obgleich wie es ſchien Newskis Bemerkung nichts beſonderes in ſich ſchloß, und im allge⸗ meinen Geſpräche leicht hingehen konnte.
„Warum? das bleibt mein Geheimniß, ſo lange Du vor Deinen Freunden Geheimniſſe haben wirſt.“
Marie wurde ſo purpurroth wie das Tüchelchen, das ihre weißen ſchön gerundeten Schultern bedeckte.
„Newski, Sie necken Ihre Couſine gar zu ſehr: das iſt nicht ſchon, hüten Sie ſich, ich will mich auf ihre Seite ſtellen.“
„Und was hat er denn mit einem Male?“ ſagte Marie faſt weinend:„er war früher ſo gut„
„Sei nur nicht boͤſe, meine liebe Couſine: Du weißt, nicht um alles in der Welt moͤchte ich Dir abſichtlich weh thun.“
„Guter Modeſt! Warum alſo ſolche Dinge ſpre⸗ chen! Geſtehe, Du ſagteſt es ohne jedwedes Ziel?“


