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Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
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Die Arme! ſagte Lenin leiſe zu Marie:ſie kennt die Menſchen nicht, und wehe ihr, wenn dieſes arme, un⸗ erfahrene Herz den Kampf mit der Welt zu beſtehen hat. Sie beurtheilen die Welt zu ſtrenge.

Ich bin nur gerecht; ich beſchuldige nicht unbedingt,

wie es bei Modeſt oft der Fall iſt; aber ich ſage mit Ueberzeugung, die Welt iſt eine Brandung, ſo, daß man eines erfahrenen Steuermannes bedarf, um den Lebens⸗ kahn ungefährdet durchzubringen. Dieſes arme Weſen iſt glücklich, wenn ſie einen ſolchen Steuermann findet; auch iſt ihr Herz ein ſo gebrechliches Boot.

Olga hörte die leiſe geſprochenen Worte; ihr Herz war bereit, zu erwiedern:Mein Glaube iſt mein Steuermann; aber die Lippen' öffneten ſich nicht. Sie flüſterte bloß:Schickſal! ſchreckliches Schickſal; doch wie es auch ſei, ſe in Schickſal wird auch das Meine.

Modeſt! Haſt Du wirklich nicht die Kraft, den fremden, ſchmachvollen Einfluß abzuſchütteln... Du, Modeſt vas iſt mir unbegreiflich... ſagte Marie tief betrübt, denn ſie fühlte für Newski die innigſte Achtung.

Haſis ſagt: Und ſei Dein Roß raſcher als der Sand der Wüſte, dem Schickſale entgehſt Du nicht!

Hafis war ein mohamedaniſcher Dichter, erwiederte Lenin: ein europäiſcher Weltweiſer, ich glaube Kant, ſagt: nicht der iſt ein Mann, der ſeinem Schickſale wie ein blinder Bettler ſeinem Führer, oder wie ein Sclave ſeinem Herrn folgt, ſondern

der das Schickſal nach ſich zieht!

Und ſonderbar, dieſe zwei Männer bewegten die Her⸗

zen zweier Frauenzimmer: ſie waren die Saiten, auf denen Newski und Lenin ihnen gefällige Akkorde anſchlugen; doch

die Saiten waren ſo ſtark geſpannt, daß ſie zu reißen be⸗

reit waren, um in einem wollüſtigen Leben den letzten Ton auszuhauchen. Finski blieb ganz im Schatten.