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Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
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ſeinem ruhigen, unbeweglichen Geſichte einen gewiſſen Werth zu entdecken.

Wenn ich ſelbſt von irgend einer Luſt angezogen, mich in ſie verſenken wollte, fuhr Newski fort,ſo würde mich ein inneres Gefühl, ja noch mehr eine Stimme von Außen daran mahnen, eine Stimme, die ich deutlich, mit meinem Gehörsorgane vernehme, ja, lacht mich nur aus: dieſe Stimme würde mich aus dem Selbſtvergeſſen auf⸗ ſchrecken, dieſe Stimme würde mir den Angſtſchweiß auf die Stirne preſſen, würde mich zwingen, zur bittern Wirk⸗ lichkeit zurückzukehren, zur äußern Unterwürfigkeit, der ich mich keineswegs entziehen kann.

Aber, mein theuerer, mein guter Modeſt, bemerkte Marie mit der zarten Theilnahme einer Freundin und Schweſter:Du haſt ja ſelbſt erzählt, daß Du endlich einen Menſchen gefunden, deſſen Stimme, deſſen Lachen Dich ſo oft ergriffen hatte.

Und dies überzeugte mich noch mehr von der un⸗ bekannten, unüberwindlichen Gewalt des Schickſals, oder, nennt es, wenn Ihr wollt, dieſes geheimnißvollen, mich regierenden Weſens. Dieſer Menſch kann auf mein Schick⸗ ſal nicht den geringſten Einfluß ausüben: ein alter, wie man ſagt, ſogar guter Mann, der ſeine Zeit durchlebt hat, mit Kindern ſpielt und im Hauſe des Fürſten ein und ausgeht! Es kann zwiſchen uns keine Gemeinſchaft ſein, und doch, wie ſonderbar, wenn ich mir das ſchreckliche Weſen vorſtellen will, das mein Leben, mein Geſchick ver⸗ höhnt, ſo gebe ich ihm die Geſtalt dieſes Alten; ſelbſt als ich ihn noch nicht gekannt hatte, malte ihn mir die Phantaſie gerade ſo widrig, vor dem Lichte und den Menſchen die Augen zu Boden ſchlagend; ich ſehe in ihm die Verkörperung meines eigenen Schickſals.

Schickſal, Schickſal, ſagte leiſe Olga, als ſpräche ſie mit ſich ſelbſt:was ſoll es2 wo iſt es 2 Verfoigt es uns nicht mit ſolcher Hartherzigkeit; die Menſchen können nicht ſo boshaft ſein.