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Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
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gewiß ein Unglück folgen wird, und kann mich alſo der erſtern nicht ganz hingeben; ich kann nicht wie die Andern ausgelaſſen luſtig ſein.

Und Alles darum, weil Du Dich des unglücklichen Gedankens nicht entſchlagen willſt, der Dir die Ruhe raubt, ſagte Marie.

Nein, dieſer Gedanke iſt mit mir, mit meiner gan⸗ zen Exiſtenz verſchmolzen, ich würde vergebens ihn auszu⸗ rotten trachten.

Phantaſiegebilde, bemerkte Lenin: ich habe es Dir ſchon geſagt, es iſt nichts als der Mangel praktiſchen Wirkens: Du lebſt mit der Einbildungskraft und nicht mit dem Verſtande. Nun, urtheile ſelbſt, was wäre die Welt, wenn jeder ſeiner Phantaſie die Zügel ſchießen ließe; wenn nicht der gewaltige Führer auf dem Lebenspfade vor⸗ handen wäre, der alles ordnet, ſchafft, wiederherſtellt, den wir Verſtand zu nennen uns gewoͤhnt haben, und deſſen magiſchen Einfluß jeder anerkennen muß; ja viele unter⸗ werfen ſich lieber der Macht der Gewohnheit, der Träg⸗ heit, um ſich nur nicht den Herzensſtürmen, der Glühhitz der Einbildungskraft hinzugeben. Dieſe ſind die Glück⸗ lichſten: ihr Leben fließt ruhig, leidenſchaftslos dahin, und es iſt wahrlich beneidenswerther als das Deine, Madeſt.

Ein ironiſches Lächeln, ein flüchtiger Blick ergänzten den Sinn ſeiner Rede. Von Finskis Schweigſamkeit auf⸗ gemuntert, ſetzte Lenin den ganzen Abend das Geſpräch auf dieſe Weiſe fort. Marie bemerkte es und konnte nicht begreifen, wie ein Mann ſchweigſam ſolche Vorwürfe hin⸗ nehmen könne; dieſer Mann muß entweder die Wahrhei dieſer Vorwürfe fühlen, oder ein Feigling ſein: und fit das Weib gibts nichts Widrigeres am Mann als die Feigheit, vielleicht die Trunkenheit. Doch Marie vachte an Finskis Benehmen mit Olga, das Newski ſelbſt, und vielleicht abſichtlich, erzählt hatte, obgleich er ſich ſelbſ vamit ſo ſehr herunterſetzte. Dieſe edte That hatte Marie aufgefordert, Finski zu achten und ſie begann ſelbſt in