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Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
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lieb, ihr Geſichtsausdruck ſo ſanſt, daß Olga der Muth gefehlt hätte, ſie zu haſſen.. Aber warum küßt ſie ihn vor Allen, während Olga, die arme Olga, ihm nicht einmal in die Augen zu ſchauen wagt.

Es iſt alſo kein Traum!... Was geſchah alſo mit mir während der Nacht?... War das auch kein Traum? fragte Newski, der ſich noch nicht ſammeln konnte.

Was war's denn?

Ich ſah die ganze Nacht meinen Schutzengel neben mir... Bald erhob ich mich in den Himmel, bald fiel ich in einen tiefen Abgrund und mein Engel war im⸗ mer bei mir; er hielt mich im Fluge, er breitete mir beim Falle die Flügel unter und ich fühlte keinen Schmerz Deffnete ich die Augen, ſo war's faſt dasſelbe. Ich ſah denſelben milden, lichten, herrlichen Engel; er blickte mich mit ſolcher Sanftmuth an, er hielt meine brennende Hand mit ſolcher Zärtlichkeit, daß mir durch ſeine Gegen⸗ wart leichter wurde und ich allen Schmerz vergaß.

Es ſcheint mir, ja ich bin faſt gewiß, daß ich ohne dieſe

wunderbare Erſcheinung mich nie aus dieſem unerträglich ängſtlichen Zuſtande, in dem ich wie verſunken war, ge⸗

riſſen hätte. Ach, wie unendlich ſchwer war's mir; der

Kopf wollte mir zerſpringen, das Gehirn brannte 4 Mein Modeſt, Du lebſt immer und ewig in Deiner phantaſtiſchen Welt, ſagte die gute Marie, Olgas Ver⸗ wirrung eher errathend als bemerkend. Olga bebte, glühte.... Sie hielt ſich am Bette, um nicht umzufinken.

Es war alſo ein Spiel der Phantaſie! 4

ſagte Newski ſtill vor ſich hin mit augenſcheinlichem Be⸗ dauern..Ja wohl, ein Spiel der Phantaſie!

Warum zerriß er ſo grauſam das Herz der armen Olga, die faſt aufſchreien wollte:nein, es war kein Phan⸗ taſiegebilde, ich war es!. ich bin Dein Schutzengel zuf Etin