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men und bald darauf traten zwei neue Perſonen in's Zimmer.
Voraus ging ein Fräulein in einem ſehr aufgereg⸗ ten Zuſtande; ſie ging haſtig vorwärts und blieb an der Thürſchwelle ſtehen, die Gegenſtände beim ſchwachen, durch die geſchloſſenen Läden und die geöffnete Thüre eindringenden Lichte mit Mühe unterſcheidend. Das Ge⸗ ſicht dieſes Fräuleins war, wenn auch nicht regelmäßig ſchön, aber ungemein ausdrucksvoll; die großen, runden, blauen Augen waren klar, voll Verſtand und Leben, ein eigenthümlicher Goldſchimmer um die Pupillen gab ihnen einen außerordentlichen Ausdruck. Wenn Grübchen auf den Wangen, nach den Worten der Dichter, vurch den Kuß Amors entſtehen, ſo waren die Grübchen auf der Oberlippe und auf dem Kinne des eintretenden Mädchens gewiß vom Finger der Venus eingedrückt; eine beſondere Friſche des wahrſcheinlich aus überflüſſiger Beſorglichkeit gerötheten Geſichtes verlieh demſelben nicht bloß Jugend, ſondern Kindlichkeit; das ganze Köpfchen war bezaubernd geſchaffen; die blonden, weichen Haare wanden ſich wie ein Kranz in langen Locken um's Haupt; die Schultern rund, von matter Weiße, die Arme ſchön geformt. Sie trug ein Kleid von farbigem Neſſeltuch; der Hut hing am Arme; in allen ihren Bewegungen war Eile, Unge⸗ duld zu bemerken, ſo daß der nach ihr eintretende ältliche Mann ihr kaum folgen konnte. Das Mädchen erblickte endlich das Bett des Kranken und eilte raſch auf das⸗ ſelbe zu.
„Modeſt! ſagte ſie leiſe, aus Furcht, ihn zu erwecken.„Mein Gott, was iſt ihm geſchehen?„
Und ſie ſuchte mit den Blicken, an wen ſie dieſe Frage richten könnte, und ihr Blick blieb auf Olga haf⸗ ten, die noch immer unbeweglich da ſtand und nicht wußte, was um ſie vorging. Dieſe Frage zog ſie indeſſen aus ihrem Selbſtvergeſſen. Sie erhob den Kopf und die Blicke beider Mädchen begegneten ſich,„ Zweifelhaft, verwirrt


