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Mängel ihrer Erziehung einzuſehen begonnen. Die Ge⸗ ſellſchaft, die ſie durch die Verbindung ihres Mannes beſuchte, verletzte ſie mehr als ein Mal mit den zar⸗ teſten Anſpielungen, mit den bitterſten Mitleidsbezeugun⸗ genz ihr Herz zog ſich vor Scham zuſammen und ſie gab ſich das Wort, alle Mittel anzuwenden, um ihrer Tochter eine glänzende Erziehung zu geben. Die eigene Demü⸗ thigung konnte ſie noch ertragen, aber die ihrer Tochter— der Gedanke daran brachte ſie ſchon zur Verzweiflung. Doch wie konnte ſie Olga's Erziehung leiten, da ſte ſelbſt faſt keine erhalten und ſie dieſelbe nur ſo zu ſagen er⸗ rathen hatte? Sie fremden Menſchen anvertrauen, in irgend eine Erziehungsanſtalt geben oder unter der Auf⸗ ſicht einer Gouvernante erziehen, dazu fehlte ihr die Kraft, um ſich von ihrer Tochter zu trennen, von ihrem einzigen Kinde, das ihr ans Herz gewachſen war. Sollte ſie es der Aufſicht einer Andern übergeben... Schon die Eiferſucht, die Tochter würde einer Andern einen gleichen Platz in ihrem Herzen anweiſen, ſchon dieſer Gedanke hätte die Mutter zu Tode gequält. Und die Beſorgniß, die Furcht, daß Olinka*) vielleicht das er⸗ fahre, was einem weiblichen Herzen ſchädlich„ Alles das beſtimmte ſie, ihr Kind bei ſich zu behalten, es wie ihren Augapfel zu bewahren und ſie nach eigenem Ver⸗ ſtändniſſe, ohne etwas zu ſparen, ausbilden zu laſſen. Unter ſolchen Umſtänden war der Fund eines Man⸗ nes, wie Naſur Naſarowitſch, ein wahrer Schatz. Sein immerwährendes Grübeln über den Büchern, oder ſein Sitzen am Schreibtiſche, die Feder in der Hand, ſein ein⸗ ſames Leben, ſein Alter, ſelbſt ſeine Sonderbarkeiten, alles gefiel der Alten, als nach ihren Begriffen unentbehrliche Attribute eines Mannes, der Alles weiß und Olinka in Allem zu unterrichten vermag. Wir ſahen, wie Naſar Naſarowitſch ſeine Iflicht ehrenhaft und ſelöſt mit mehr
6 Vrrlleinerung von Olga. Anm. d. Ueberſ.


