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Auf dieſe Weiſe neigten dieſe zwei verſchiedenartigen Naturen ſich einem und demſelben Gegenſtande zu.
Die Mutter trat ein. Die Sprechenden veränderten, als ob ſie es mit einander ausgemacht hätten, den Ge⸗ genſtand der Unterhaltung, obgleich doch keine vorläufige Uebereinkunft deßwegen ſtattgefunden hatte: es dachte auch, Gott bewahre, Niemand daran, der Alten etwas zu verheim⸗ lichen! Sie fingen bei ihrem Eintritte von andern Sachen zu ſprechen an, vielleicht weil der erſte Geſprächsſtoff ſich bereits erſchöpft hatte. Das war alles.
Die alte Benski näherte ſich ihrer Tochter, ergriff mit mütterlicher Zärtlichkeit ihr Kinn, beugte das Köpf⸗ chen zurück und richtete das Geſichtchen in die Höhe.
„Sehen Sie,“ ſagte ſie zu Piroſchkow, mit inniger Liebe ihre Tochter anblickend;„ſehen Sie, heute iſt ſie gerade ſo, oder faſt ſo, wie vor zwei Wochen, vor dieſem unglückſeligen Ereigniſſe Das Geſichtchen hat ſich et⸗ was belebt. es zeigt ſich eine leichte Röche Gott ſei Dank! Das haben wir alles Ihnen zu verdan⸗ ken, Naſar Naſarowitſch, Sie haben ſie aufgeheitert; daß ſie in dieſen Tagen etwas abgemagert, das thut nichts. Es vergeht mit Gottes Hilfe.“
„Es vergeht mit Gottes Hilfe!“
Naſar Naſarowitſch hatte die Gewohnheit, ſobald er in Nachdenken vertieft nicht hörte, wovon man mit ihm ſprach, die letzten Worte der an ihn gerichteten Rede zu wiederholen.
Olga's Mutter gehörte zu den gutmüthigen, gottes⸗ fürchtigen Frauen, die von Allen geachtet werden. Sie wurde einfach, nach den Regeln ſtrenger Sittlichkeit und ächter Frömmigkeit erzogen, das einzige Erbe, das ihre guten Eltern ihr als die treueſten Begleiter auf dem Lebenspfade hinterließen. Sie verlor ihren Mann, da ihre Tochter noch nicht ſechs Jahre zählte. Die letzte Zeit in der Hauptſtadt lebend, wohin der Dienſt ihren Mann vor dem beginnenden Feldzuge gerufen, hatte ſie die


