Druckschrift 
Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Smolnew ging mit ſelbſtzufriedener Miene einige Male im Zimmer auf und ab. Er hatte herrliche Dinge erdacht, ſo herrlich, daß er ſeine Freude nicht bergen konnte. Er trat ans Fenſter, auf dem ein Kater, ſich beleckend und

brummend, lag; auch er war mit ſich hoͤchſt zufrieden,

denn es war ihm gelungen, eine fette Maus zu fangen,

e aus der Nachbarſchaft ſich hieher verirrt hatte. Smol⸗

ew ergriff den Kater am Ohre, hob ihn höchſt unerwar⸗

et in die Höhe und hielt ihn eine Minute in dieſer ſchwebenden Lage: der Kater winſelte und Smolnew er⸗ gotzte ſich daran und lachte herzlich über ſeinen naiven

Schwank, ſein Lachen war kläglicher als das Winſeln des Katers.

Um dieſe Zeit war auf dem winterlichen Himmel

eines jener z

manchmal zur Luſt der Müßiggänger ereignen. Die Sonne

verlor ſich hinter dem bläulichen Flußſtreifen, der von

Smolnews Dachſtübchen aus ſichtbar ward. Hinter den Wolken verſinkend, umgürtete ſie mit einem Goldſaume

Himmel und Waſſer; dann floſſen Beide in eins zuſam⸗

und verſchwammen wie eine wunderbare Dekoration; die Wolken blieben dunkel; nur ihre Ränder glüheten; und in der Höhe war eine klare Himmelsfläche ſichtbar, auf welche die Sonne ihre Strahlengarben warf, die ſchon etwas verblichen, ihren hellen Glanz verloren hatten, ſo daß man ungeblendet auf ſie blicken konnte. Endlich nahm der lichte Horizont eine Purpurfarbe an, wurde dann blaßroth, dann verſchwommen, dunkelte immer mehr und erloſch.

Wenn ruſſiſche Landleute einem ſolchen Sonnenunter⸗ gang zuſehen, ſagen ſiedie Abendröthe verglüht und wahrſagen ſchlechtes Wetter für den nächſten Tag. Dieſes Mal ging die Prophezeiung ſchnell in Erfüllung. Es dämmerte noch und ſchon blies ein friſcher Wind, der

erhaften Schauſpiele zu ſehen, wie ſie ſich

men und ſtrahlten in Regenbogenfarben, und ſchwankten

,

ſich bald in einen heftigen Sturm verwandelte. Smolnen