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ten: der größte Theil betrachtete ihn als einen gutmüthi⸗ gen Sonderling; beſonders war dies bei denen der Fall, deren Vertrauen er zu gewinnen ſuchte.
Sehen Sie nun ſelbſt, mein verehrter Leſer, wie ge⸗ wiſſenhaft ich mit Ihnen verfahre, wie nachſichtig ich mit Ihrer Neugierde bin, wenn ſolche nur für die handelnden Perſonen meiner Geſchichte vorhanden iſt! Ein Anderer würde an meiner Stelle Smolnew durch den ganzen No⸗ man in ſeiner ärmlichen Kleidung, ſtill, gutmüthig, ge⸗ demüthigt führen, und erſt dann, wenn ſich eine hinläng⸗ liche Anzahl von Miſſethaten auf ſeinem Haupte geſammelt hätte, würde er vor Ihnen dieſen nämlichen Smolnew in ſeiner ganzen Größe hinſtellen, ſeinen Kopf mit Stolz er⸗ heben, und auf ſeine zuſammengeſchrumpfte Stirne zeigend, mit Würde ausrufen:„Hier iſt er, leſen Sie die lange Reihe ſeiner Verbrechen: wie in einem Spiegel ſind ſie hier zu erblicken; dieſe hagern Arme haben alle Schläge geführt, dieſes mißgeſtaltete Haupt hat ſie geleitet....“ Und die Wahrheit zu geſtehen, es wäre ſehr effektvoll. Doch ich erzähle ohne viele Kniffe, und wenn gegen meine Abſicht bei mir eine unerwartete Begebenheit oder ein romantiſches Ereigniß zum Vorſchein kömmt, iſts nur, weik die Natur ſelbſt manchmal eine Freundin von Effekt und ihn öfter, als uns ſcheint, hervorbringt; man muß ſie nur behorchen, und in ſolche Winkelchen des Menſchen⸗ herzens blicken, wohin zu ſchauen Sie gewiß keine Luſt haben: dazu iſt Zeit und Mühe nöthig, und wozu beide verlieren! Ihre Ruhe iſt Ihnen ſo koſtbar? Schonen Sie ſich, meine verehrten Leſer; ich bitte, ſchonen Sie ſich. Wir, die Taglöhner des Lebens, müſſen uns abmühen, es iſt unſer Beruf, aber uicht der Ihre! Sonſt bliebe uns ja kein einziger Leſer, und wir in unſerer hochmüthigen Verirrung glauben wirklich, daß wir für viele und nicht ausſchließlich für uns allein ſchreiben. Doch Sie haben Eile, Sie wollen das Buch ſchneller zu Ende leſen„ Alſo raſch zur Sache.


