„Doch nein!“ rief er aus:„ich will leben. um mich an den Menſchen zu rächen!„
Was hatte dieſer Mann nicht erfahren, erlebt, der ſich an das Leben anklammerte, oder beſſer, der das Le⸗ ben an ſich gekettet hatte, das ſeinen unbeugſamen Willen, ſein ſchreckliches Rachegefühl zu achten ſchien. Er hatte damit angefangen, daß er von dem im Schweiße ſeines Angeſichts verdienten fünf Kopeken nur drei zu ſeinem täglichen Bedarfe verwendete, und zwei bei Seite legte, bis er ſo viele zuſammen hatte, daß er ſchon zu wuchern anfangen konnte. Auf dieſe Weiſe legte er den Grund zu ſeinem Vermögen, das nur nach vielen in mühſeligen Arbeiten verbrachten Jahren, bei beſtändigen Entbehrungen und allen nur möglichen Opfern ſo hoch anwachſen konnte. Ihn kam nichts leicht an. Wir haben manchen geſehen, der in drei oder vier Jahren aus einem Zöllner ein Mil⸗ lionär geworden. Doch Smolnew mußte jeden Erfolg mit Blut bezahlen. Das Geſchick hielt ihn fortwährend in einer peinlichen Preſſe.
Endlich konnte er die einzelnen Theile ſeines Planes mit der Feinheit eines wahren Maeſtro entwickeln, mit Vorſicht und ſataniſchem Genuſſe in Vollziehung brin⸗ genz er haßte die Menſchen bis zum Fanatismus, er hielt jedoch ſeinen Ingrimm in Schranken und handelte im Verhältniſſe der Mittel langſam und ſicher, ſo daß kein einziger von ihm gerichteter Schlag ſein Ziel verfehlte. Menſchen hatten ihn ungerechter Weiſe ſeines anſehnlichen Vermögens beraubt: er wollte in ſeiner Bosheit ihnen das Zweifache, das Dreifache nehmen, ſein Herz vor ihren Nöthen, Unglücksfällen, Leiden verſchließen, wie ſie die ihrigen vor ſeinem Schmerze verſchloſſen hatten, aber alles das unbemerkt, vorſichtig, unter einer falſchen Maske, ſo daß die, dem Großpapa am nächſten ſtehenden, in ihm nür einen halbverrückten Geizhals ſahen, der eine Kopeke ſpart und auf Dummheiten Tauſende verſchleudert. Die Uebrigen wußten nicht, was ſie von Smolnew denken ſoll⸗


