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Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
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Ziele zu erklären, müſſen wir in Etwas ſein früheres Leben und jene Umſtände berühren, die dieſen Charakter wie in einem Schmelzofen gehärtet hatten.

Agaz Agazowitſch wurde von ſeiner Mutter gehaßt, ehe er noch das Licht der Welt erblickt hatte. Ihn unter dem Herzen tragend, wäre ſie bereit geweſen, mit der Schwere eben dieſes Herzens die Frucht ihr verhaßter und ſchon zerriſſener Ehebande zu erſticken. Smolnews Geburt koſtete ſeiner Mutter beinahe das Leben; dies vergrößerte ihren Haß, der auch ohne dem keine Gränzen kannte. Die Mißgeſtalt des Agaz Agazowitſch war wieder eine Quelle neuer Leiden. Seine Häßlichkeit ver⸗ größerte ſich, aus Mangel an Aufſicht, ſei es durch die Maſern, oder durch öfteres Beulenſchlagen, oder durch Vernachläßigung. Endlich wurde er in eine Privatpen⸗ ſion abgegeben, mit der ſtrengen Anweiſung, ihn als einen eigenſinnigen und verdorbenen Knaben zu behandeln. Die würdigen Lehrer begriffen das Verhältniß der Mutter zum Kinde, und bekümmerten ſich natürlich eher darum, ſich den Dank der reichen Beſitzerin von tauſend Seelen als die Liebe des armen, von allen verſtoßenen Knaben zu erwerben.

Starke Charaktere entwickeln ſich langſam, gleich

rieſigen Eichen. Der gejagte, gedemüthigte, kränk⸗

liche Knabe war matt und ſtumpf; er wollte ſich dem Lernen mit Fleiß ergeben, doch er begegnete in der Schule neuen Feinden, die ihn in ſeinen Beſchäftigungen ſtörten: das geſammte kleine Völkchen nahm ihn zur Zielſcheibe ihres Muthwillens. Die Schulknaben erriethen mit kin⸗ diſchem Scharfſinne, daß ſich dieſes Opfer ihnen ohne

erantwortung überliefert, und ſie erſchöpften ihren Witz, um es zu peinigen. Die Ungeſchicklichkeit, die Häßlichkeit, der Stumpfſinn und ſelbſt die Sanftmuth Smolnews dien⸗ ten als reicher Vorrath zur Auswahl der Martern; nie⸗ mand wollte den armen Jungen vertheidigen, der unbe⸗