Druckschrift 
Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mehrte ſich durch Zinſen gleich einem Schneeballen, det ſich bei jeder Wendung vergrößert und zu einer Lawine anwächst.

Agaz Agazowitſch Smolnew gehörte nicht in bie Zahl derjenigen Geizhälſe, die das Geld nur des Goldes wegen lieben, die jede in ihre Hände fallende Geldmünze herauszugeben fürchten, ſich an ihr ergötzen, ſie wie eine theuere Geliebte verzärteln, verbergen, mit ihr ſpielen, in den Kaſten ſperren, wieder hervorholen und an ihrem Tone, an ihrem Glanze ſich erfreuen. Smolnew liebte das Geld als ein Mittel zur Erreichung ſeines Zieles, das ihn ganz gränzenlos und allmächtig beherrſchte, und daher das Ziel des knickeriſchen Geizhalſes weit übertraf. Stellte ſich Agaz Agazowitſch eine Unternehmung dar, die nach ſeiner Berechnung unfehlbar wäre, aber die ſein geſamm⸗ tes, unermeßliches Kapital forderte, er würde es ganz hingeben, ohne einen Rubel für ſich zu laſſen. Je älter er wurde, deſto tollkühner wurde er in ſeinen Unterneh⸗ mungen, denn er beeilte ſich, die ungeheuere Summe zu⸗ ſammenzubringen, die ihm zur Durchführung ſeines wun⸗ derbaren Planes nothwendig war. Dieſer Mann zeigte ſo viel Feſtigkeit, ſolche Geduld in der Erreichung des vorgeſetzten Zieles, daß wenn er durch irgend einen Zu⸗ fall ſein ganzes Vermögen einbüßen würde, er aufs Neue es zu erwerben begonnen, aufs Neue mit Feſtigkeit den⸗ ſelben Weg der Mühe und Demüthigung eingeſchlagen hätte, den ſeine unbeugſame Natur nicht anders nehmen konnte, als indem ſie ſeine Spuren mit Schweiß und Blut benetzte.

Agaz Agazowitſch ward jeden Tag zufriedener mit den Reſultaten ſeines Hauptbuches, wurde augenſcheinlich heiterer und begann ſchon die abgeſonderten Theile ſeines ungeheuren Planes in Ausführung zu bringen.

Um dieſen eiſernen Charakter, den entgegentretende Hinderniſſe weder beugen noch brechen konnten, zu begrei⸗ fen, um das unaufhaitſame Streben des Alten nach einem