entblößte ihren abgemagerten Nacken, deſſen Knochen her⸗ vorragten, aber aus deren Runde der Künſtler die einſtige Schoͤnheit dieſes Nackens errathen hätte. Die Arme er⸗ röthete beim Gedanken im bloßen ärmlichen Kleide, das ihre ſchlanke Taille hervorhob, geblieben zu ſein, und ihre reichlichen Thränen und bitteres Schluchzen nahmen wo möglich noch zu. Indeſſen öffnete der Alte eine Neben⸗ ſtube; in ihr war es ſtockfinſter. Der Großpapa Smolnew brannte ein Lichtſtümpfchen an und ſchloß die Thüre hinter ſich haſtig ab. Ochtin blieb mit der Unbekannten. Er hatte ſchon ihr ſchoͤnes, wenn auch von Krankheit und Noth entſtelltes Geſicht bemerkt, und kombinirte, ob nicht aus ihr irgend ein Vortheil zu ziehen wäre.
„Ein ſonderbarer Menſch, dieſer Alte, ſagte er: und doch ſcheint er nicht boshaft zu ſein.“
Die Unbekannte ſchwieg.
„Sagen Sie mir gefälligſt, ww Sie wohnen: viel⸗ leicht kann ich Ihnen einen Dienſt erzeigen.
In dieſem Augenblicke beſaß Ochtin ſelbſt nicht einen Pfennig.
Er ſprach mit ſo einſchmeichelnder Stimme, blickte ſo großherzig auf die Unglückliche, in ſeiner ganzen Phy⸗ ſignomie ſprach ſich ſo viel Sanftmuth und etwas Weib⸗ liches aus, ſo, daß die arme Dulderin offenherzig ihre Wohnung angab. Was hatte ſie auch zu fürchten! Wer hätte ſie, die vom Schickſal ſo hart Verfolgte, noch ver⸗ folgen, noch beleidigen wollen?
Der Alte kam aus ſeiner Vorrathskammer mit Geld in der Hand; er legte in die Hand der Frau einzelne Kupfermünzen, zählte laut, und rechnete wieder nach, als ob Gott weiß wie viel Geld da zuſammen wäre; und nahm es wieder zurück, indem er ſagte, er gebe zuviel für ein ſo altes Tuch; und legte das Geld wieder in die Hand, mit Bedauern hinzufügend:
„Warum eine Bettlerin kränken!. Doch ja, Sie ſind eine gnädige Frau, keine Bettlerin„ ſo, ich habe


