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Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
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gleich bemerkt? Ereignet ſich dies nicht manchmal, Naſar Naſarowitſch 2„

Das Fräulein drohete ihm liſtig mit dem Finger. Ein anderer würde die Geduld verloren haben und hätte dieſen Finger zerküßt, aber Naſar Naſarowitſch wurde roth wie ein Schulknabe, den man auf einem loſen Streiche ertappt.

„Unſere Welt iſt alſo zur Beſtändigkeit, zur Ruhe geneigt? ich glaube, daß dies ihre gute Seite,“ ſagte Olga Petrowna, den Philoſophen in die Bahn des vorigen Geſpräches zu bringen wünſchend.

„Nein! Im Weltall iſt eben ſo wenig ewige Ruhe als ewige Bewegung möglich. Alles lebt, oder exi⸗ ſtirt, und beurkundek ſein Leben, ſein Daſein durch Bewe⸗ gung oder Formveränderung, oder wenigſtens durch den Einfluß auf andere Gegenſtände. Früher hat man hart⸗ näckig den Thieren Verſtand, den Pflanzen Willen verſagt; doch ich will Ihnen noch heute ein kleines Buch ſchicken, das deutlich zeigt, wie einige Thiere leben, und ob dies Leben Verſtand beurkundet. Und die Pflanzen: mein Gott, als ob die Blume, die ihr Köpfchen der Sonne entgegen⸗ ſtreckt, ſich bei eintretender Dunkelheit zuſammenfaltet, ihren befruchteten Staub andern mittheilt, nicht deutlich ihr Leben, ihr Athmen offenbart. Gibt's nicht dem un⸗ bewaffneten Auge unſichtbare Thiere in Schneefeldern und ſelbſt in den Polargegenden, wo dem Anſcheine nach alles todt und öde. Ueberall, ſelbſt auf dem Meeresgrunde, unter dem Waſſerdrucke, der fünfzig Mal ſtärker, als der der Atmoſphäre, findet man mikroſkopiſche Weſen, die man durch die Berührung einer Feder erdrücken kann.. Das organiſche Leben kennt keine Gränzen!„Selbſt Steine löſen ſich auf, verändern ihre Form, zerlegen ſich in ihre einzelne Beſtandtheile; Welten gehen wie König⸗ reiche zu Grunde.“

„Mein Gott! Sollte dies auch auf die moraliſche Welt ſich beziehen? unterliegen auch unſere heiligſten Gefühle