34
mußte auch dann und wann ſeinen Fäuſten zu ſchaffen geben. Freilich fehlten ſeinem Geſichte früher nie Beulen in Menge; doch dafür hatte er eine kleine Bande um ſich, obdachlos und hungrig wie er ſelbſt, aber ſeine Macht anerkennend, Dank ſeiner Stärke und Verſchlagenheit, welche er in gefährlichen Fällen beurkundete, zum Bei⸗ ſpiele bei einem Anfalle von Hauswächtern oder ſelbſt bei der Verfolgung von Polizeidienern. In Folge dieſer über⸗ zeugenden Gründe verließ er immer öfter und öfter das graue Häuschen und kam zuletzt nur ſelten, bloß aus alter Erinnerung, um ſo mehr als ihn hier, das heißt zu ebener Erde die Vorwürfe und Lehren des alten Benski begrüßten, die ihm das Herz zuſammenklemmten; er fürchtete dieſe Verweiſe mehr als alle möglichen Scharmützel. Was hätte er nicht darum gegeben, um Lob einzuernten, was hätte er nicht geopfert, um nur ſeinen Retterinnen gefällig zu ſein! und doch konnte er ſeine freiheitliebende Natur nicht Doch dieſes Mal kam der Zer⸗ lumpte, wie wir gleich ſehen werden, in einer wichtigen Angelegenheit.
Naſar Naſarowitſch hatte ihn durchaus nicht bemerkt, griff raſch zur Feder, ſchrieb etwas nieder, machte voller Freude einen Sprung im Stuhle, bewegte dann die Arme wie Pendel, jede Schwingung laut zählend.
„Jetzt hat ers!“ flüſterte der Zerlumpte, näherte ſich Piroſchkoff und zog ihn am Aermel, als wollte er ihn aus dem Schlafe wecken. Naſar Naſarowitſch ſchenkte ihm nicht die geringſte Aufmerkſamkeit, erſt nachdem er ſeine Arbeit beendigt, ſtand er auf, bemerkte den Zerlump⸗ ten und wendete ſich triumphirend an ihn.
„Wanja!“ ſagte er,— wir müſſen bemerken, daß man ihn nur in dieſem Hauſe Wanja nannte, ſonſt überall der Zerlumpte—„Wanja! jetzt ſind die Kräfte in meiner Macht: man muß ſie nur mit verhältnißmäßigen Apparaten in Verbindung bringen; doch dafür habe ich ein unvergleich⸗ liches Modell; betrachte dieſes Skelett 1... wie künſt⸗


