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Der Zerlumpte erholte ſich nicht ſo bald, und be⸗ deutende Narben auf dem Geſichte und dem Körper blie⸗ ben auch nach ſeiner Wiederherſtellung zurück. Die Benskis pflegten ihn während ſeiner Krankheit, und der junge Menſch, der gerade ein Student der Medizin war, kurirte ihn. Kaum konnte der Zerlumpte das Bett verlaſſen, als er zu ſeinen Retterinnen ſich begab. Er verbengte ſich tief, zuerſt vor der Mutter, dann vor der Tochter, und ſtand da ohne ein Wort hervorbringen zu können, verlegen an ſeinem Leibgürtel zupfend; Thränen floßen ihm aus den Augen und fielen auf die entblößte ſchwarze
ruſt. Die Frauen erriethen, warum es ſich handle.
„Höre auf zu weinen, Wanja!“ ſagte die Mutter; „wir haben für Dich nichts Beſonderes gethan. Beſprechen wir lieber, wo wir Dich unterbringen„ Siehſt Du wir haben keine männliche Bedienung.. ſie ſchickt ſich für Frauen nicht.“
Wanja weinte ſtärker und ſchluchzte hörbarer. Der Arme hielts nicht länger aus, ein Strom von Thränen
oß aus ſeinen Augen und doch haben Leute dieſer Art, heißt es, ein verhärtetes Gemüth und konnen nicht dankbar ſein! Woher denn dieſe Thränen? Solche Thränen fließen getade vom Herzen. anja verließ das Zimmer, und die Frauen dachten ernſtlich an ein Unterkommen für ihn. Endlich fanden ſie, was ſie ſuchten,— ſie wollten ihn Naſar Naſarowitſch übergeben; ein Bedienter iſt ihm unentbehrlich, ob er gleich ſich nicht darum bekümmere, und dazu iſt ja der Zerlumpte ein ſo wenig koſtſpieliger, um ſo mehr, da er die Koſt immer bei ihnen haben wird. Geſagt, gethan. Der Zer⸗ lumpte hatte bei Naſar Naſarowitſch ein herrliches Leben; er war immer ſatt, hatte ein warmes Plätzchen, wurde gut behandelt und mußte endlich ſelbſt die Vortheile ſeiner Lage eingeſtehen. Doch er hatte, ſoweit er zurückdenken konnte, immer unter freiem Himmel, unabhängig wie der Vogel in der Luft, gelebt; er hatte viel Raum nöthig, er


