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Pferde vom Wagendeichſel bei Seite geworfen. Man lachte über den armen Fiaker, der das zerriſſene Geſchirr ſeines Pferdes zu repariren ſuchte, und Niemand näherte ſich dem armen Jungen; wahrſcheinlich erwartete man einen Polizeibeamten, obgleich Niemand ihn von dem Vorgefallenen in Kenntniß geſetzt hatte.
Das Schauſpiel begann ſelbſt die Müſſiggänger zu langweilen, und die Menge verlief ſich nach und nach. Um dieſe Zeit traten aus der Kirche zwei Frauen, die wegen eines abgehaltenen Dankgebets länger darin ge⸗ blieben. Die ältere hatte ungefähr vierzig Jahre, eine hohe, ſchlanke Geſtalt mit einem ſanften Geſichtsausdrucke: ſie war ſchwarz gekleidet; die Andere, in einem einfachen weißen Kleide, zart und ſchüchtern, hing am Arme der ältlichen Frau, wie eine junge Taube ſich unter dem Fittiche der Mutter birgt: ſie ging mit geſenktem Köpf⸗ chen; die feuchten blauen Augen glänzten noch von der Heiligkeit des Gebetes, vas ſie mit heilbringenden Thrä⸗ nen erquickt hatte; ihr Herz bebte noch vor Ehrfurcht. Beim Anblicke des unglücklichen Knaben blieb die ältliche Frau plötzlich ſtehen: dieſe raſche Bewegung zwang ihre Begleiterin, den Kopf zu erheben.
„Der Unglückliche!“ rief das junge Mädchen mit wahrer Zerknirſchung aus und eilte, ihm beizuſtehen.
Die ältliche Frau folgte ihr. Ohne auf die ſonder⸗ baren Umſtände Rückſicht zu nehmen, hoben die Frauen den blutigen Körper auf und thaten ihr Möglichſtes, um ihm Hilfe zu bringen; um ſie bildete ſich wieder ein Kreis Neugieriger. Endlich trat aus dem Haufen ein junger Mann: gerührt von der chriſtlichen Barmherzig⸗ keit der beiden Frauen, ſuchte er ihnen eifrig beizuſtehen, legte den Jungen auf ſeine Droſchke und folgte den Frauen. Sie fuhren gerade zum grauen Häuschen, von dem eben die Rede geweſen: die beiden Frauen hießen Benski, der Junge war— der Zerlumpte. Den jungen Menſchen werden wir bald wieder zu Geſichte bekommen⸗


