Druckschrift 
Petersburg am Tage und bei Nacht. 1.-4. Bändchen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſein Blick war auf ihn feſtgebannt; die Erinnerung eines ganzen Lebens war in dieſem Blicke verſchmolzenz ſie ſtand vor ihm, ſchrecklich, aufrühreriſch. Vergebens be⸗ mühte ſich der Alte, aufzuſtehen, er wollte durch einen Schrei die Aufmerkſamkeit auf ſich ziehen: Niemand be⸗ merkte ihn; es war die Qual eines vom lethargiſchen Schlafe Ergriffenen, den man ſchon in's feuchte Grab hinabläßt, der Alles fühlt, weder ſeine Stimme erheben, noch eine Bewegung machen kann und lebendig be⸗ graben wird!

Endlich beſiegte der unbeugſame Wille des Alten die Natur: er ſammelte den Reſt ſeiner Kräfte, erhob ſich vom Lager und ſtand da, drohend, fürchterlich, wie der Geiſt des Todes. Er war im bloßen Hemde; ſeine hohe Geſtalt hatte ſich in ihrer ganzen Höhe aufgerichtet; er war ſo abgemagert oder beſſer vertrocknet, daß die dünne, gelbe Haut an die Knochen angewachſen ſchien, und ſich feſt an ſie ſchließend, glich er einem künſtlich zu⸗ ſammengehaltenen Skelette. Nur die bisher trüben Augen Wn aus ihren tiefen Höhlen hervor und verliehen

eben dieſem aus dem Grabe Erſtandenen, der, bevor der

Hahn krähet, in vaſſelbe eingehen ſollte. Trotz der innern Aufregung war der Gang des Alten ernſt, feierlich; die Sprechenden bemerkten ihn erſt, als er hart an ihnen ſtand: erſchreckt ſprangen ſie von ihren Sitzen auf.

Der Alte legte die Hände auf die SchulternSeiner Gnaden und dieſer blieb ſtarr, ſtumm wie unter der Macht eines wunderbaren Zaubers.

Mein Sohn, ſprach der Alte, ſich an den Zer⸗ lumpten wendend:Da ſteht er, der Verderber Deines Vaters, unſerer ganzen Familie, unſeres Vermögens, unſeres guten Namens unſerer Ehre.. und die Hände in vie Höhe hebend, als rufe er den Zorn des Herrn auf ihn hinab, ſprach er mit unterbrochener, ſter⸗ bender Stimme:Möge er ewiger Schmach und ewigem

Verderben Preis gegeben werden..