wöhnlich erſt gegen Morgen zurück. Ein Strohlager war aufgeworfen: dorthin legte der Zerlumpte ſeinen ater.
„Es iſt ſchlimm,“ ſagte der Alte mit dumpfer Stimme.
„Das ſcheint Dir nur ſo, Väterchen; es iſt friſches, weiches Stroh, ich habe es ſelbſt geſichtet.“
„Ich meine es nicht ſo,⸗ ſagte der Alte, dem, wie es ſchien, die ungewöhnliche Bewegung und die Ortsver⸗ änderung das Blut in Wallung gebracht, die Nerven auf⸗ geregt und einen gewiſſen Grad von Selbſtbewußtſein wiedergegeben hatte: zhier iſt es ſchlimm, es brennt.. er zeigte auf die Bruſt.
Der Zerlumpte nahm aus der Taſche einen irdenen Becher, der bewies, daß er für die Befriedigung der Be⸗ dürfniſſe ſeines Vaters Sorge getragen und ging, Waſ⸗ ſer zu holen. Der Alte ſchaute um ſich: grauer Schim⸗ mel an den Wänden, auf dem ſchwarzen Plafond beweg⸗ ten ſich Blattlauskäfer und fielen von Zeit zu Zeit auf den Boden und auf die ärmlichen Lager; dem Fenſter, oder richtiger dem ſchmalen Zugloche gegenüber, das von innen unter der Zimmerdecke, von außen auf dem Trottvire ſich befand, ſtand ein von der Zeit und von Würmern zernag⸗ ter Tiſch; daneben— eine Bank; das war Alles. Der Zerlumpte kam zurück und brachte an die vertrockneten und geſpaltenen Lippen des Alten den Waſſerbecher: er hielt auch ein Stück ſchwarzes Brod in Bereitſchaft.
„Trinke langſam und iß das dazu. dann ſchlafe mit Gott.
Vielleicht erinnerte ſich der Zerlumpte, daß die zwölfte Stunde ſchon herannahe, und um dieſe Zeit mußte er ſich durchaus in einem beſtimmten Stadttheile einfinden; dort ahmte er, von einem ganzen Heere Knaben umringt, das Hahngeſchrei nach, und ihm folgten dann immer die henachbarten Hähne, die ſich an ſein Anſtimmen ſo ſehr
gewöhnt, daß ſie oft verſpäteten, die Mitternacht anzuzei⸗
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