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laternen beleuchtet, ſtellten ihre Geſtalten ſelbſt einen nicht weniger ſchneidenden Kontraſt dar; ſie waren freilich beide jung und blickten ſich mit ihren ſchwarzen glühenden Augen zweifelhaft an, als fragten ſie ſich durch welches Wunder ſie zuſammenkamen; doch ihr Geſicht konnte zum Modelle einer antiken Schönheit dienen und das ſeinige war häßlich und ſchmutzig; die Züge der einen waren zart, äſthetiſch, die Haut faſt durchſichtig,— die Züge des Andern rauh, plump, die Haut wie gegerbtes Kalbfell. Ol wie viel hätte mancher darum gegeben, ſich an der Stelle dieſes Knaben zu befinden und dieſes Weib, wie er, in ſeinen Armen zu halten, ihre Haare, ihr Geſicht zu berühren. Doch was fühlte unſer Straßenjunge dabei Wenn er ſie im erſten Augenblicke nicht ruhig in den Koth legte, ſo hatie ſie es weniger ihrem leidenden Zu⸗ ſtande als ihrem reichen Putze zu verdanken, den zu be⸗ ſchmutzen es ihm leid that, und der ſeine Nachſicht beſon⸗ ders in Anſpruch nahm. Doch nach und nach wurde es ihm immer wohler, dieſen weichen, zarten, üppigen Korper in ſeinen Armen zu halten; er wollte ſogar ihr Geſicht mit ſeinem ſchmutzigen Aermel vor dem Regen ſchützen. Das Fräulein wendete ſich mit Widerwillen ab, ſie ſchau⸗ derte vor dieſer Berührung zurück, wie vor der Berührung eines Ungeziefers. Endlich näherte ſich der Lakai hinkend und die Seiten reibend und erklärte, daß am Wagen nichts gebrochen, und daß nur ein Rad abgerollt, aber ſchon wieder hinaufgewunden ſei. Der Lakai fragte, ob Ihre Ercellenz nicht befehle, ſie in den Wagen zu tragen.
„Keinen Schritt, Langohr,“ antwortete der Zerlumpte barſch und trug ſie ſelbſt vorſichtig in den Wagen, wo ſchon der alte Herr ſich befand.
„Gebe dieſem hier etwas,“ ſagte er zu ſeinem Be⸗
pienten, auf den Jungen zeigend.
„Bin ich denn ein Bettler, um Dein Almoſen anzu⸗
nehmen?“ erwiederte der peleidigte Straßenjunge⸗


