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In dieſem Augenblick hörte man das Rollen eines Wagens. Der Junge ließ die aufgehobene Hand fallen, warf den Stein leiſe bei Seite und ging ganz ruhig, als ob nichts vorgefallen, ſeiner Wege. Doch der Wagen rollte raſch dahin, als er plotzlich bei einer Wendung krachte, auf die Seite ſiel, ein Rad ſich weit abwälzte, und den Lakaien auf dem Hinterſitze abwarf. Der Zerlumpte lachte den Bedienten aus, wie er ſich mit ſchwerer Mühe erhob und einige Stellen ſeines Körpers mit jämmerlicher Miene rieb.
„Ach, du Langohr, er verſteht nicht ein Mal zu fallen!“
Die Pferde hatten ſich indeſſen im Geſchirr ver⸗ wickelt und ſchlugen aus, im Wagen ſtieß eine weibliche Stimme einen Schrei ver Verzweiflung aus, der Zer⸗ lumpte hörte zu lachen auf und ſtürzte an den Wagen. Da er die Wagenthüre nicht öffnen konnte, ſchlug er die Scheiben ein, und trotz dem, daß das Beipferd wüthend ausſchlug, zog er aus dem Wagen einen alten Herrn, ſchleppte ihn etwas weiter und ſtellte ihn grade in die Straßenpfütze, dann trug er mit mehr Vorſicht ein junges Frauenzimmer auf ſeinen Armen aus dem Wagen, ſonſt war niemand darin. Der Zerlumpte ging etwas auf die Seite und hielt das Frauenzimmer immer auf den Händen, da er ſich nicht entſchließen konnte, ſie auf das ſchmutzige Pflaſter abzuſetzen: wie konnte et auch, da ſie, wenn auch mehr erſchrocken als verletzt, wie im Fieber zitterte und gewiß ſich nicht auf den Füßen halten würde! Das Herz klopfte ihr hörbar, und ihr Buſen hob ſich heftig an der entblößten Bruſt des Straßenjungen.
Eine ſonderbare Gruppe bildete dieſe zwei ſo ſchnur⸗ ſtracks entgegengeſetzten Weſen; die eine im glänzenden Ballkleide,— der Mantel war längſt von den Schultern gefallen— der Andere in Lumpen. Das Geſicht des Fräuleins lag auf des Zerlumpten ſchmutziger Achſel und berührte faſt ſein Geſicht. Vom trüben Lichte der Wagen⸗


