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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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goldnen Loͤwen in Gelenau habe ich verkauft und da⸗ fuͤr den Gaſthof zum wilden Mann in Schneeberg erſtanden. Er iſt groß genug, daß ſich noch ein Stuͤb⸗ chen fuͤr Euch darin vorfinden wird, und Noth ſollt Ihr auch im Uebrigen nicht bei mir leiden, liebe Frau! Koͤnnen wir es noch ermoͤglichen, ſo laſſe ich Euch zum Sommer mit meinem Fuhrwerke nach Teplitz ſchaffen, damit Ihr Eure Knochen nur einigermaßen

wieder brauchen und das Leben genießen lernt. Na,

ich habe doch Eure Einwilligung?

Stumme Freudenthraͤnen waren die bejahende Antwort der tiefgeruͤhrten Frau. Jetzt kam der Schuh⸗ flicker an die Reihe des Sprechens.Frau Nachbarin! hob er anwir bleiben die alten, guten Freunde. Mehr als ich, habt Ihr durch Euern boͤſen Mann leiden muͤſſen. Gott verzeihe ihm die Suͤnde! Nun aber ſcheint uns auch dafuͤr die Freudenſonne. Bevor ich

heute früh aus Schneeberg mit meiner Pauline abmar⸗ ſchirte, hat mir das Stadtgericht eroffnet, daß meine Frau Pathe Gott habe ſie ſelig! in ihrem Te⸗ ſtamente, das ſie erſt geſtern aufſetzen ließ, 600 Tha⸗ ler fuͤr mich und 200 fuͤr meine Pauline ausgeſetzt hat. Nun bin ich dadurch in den Stand gebracht,

mein ehrſames Schuhmacherhandwerk mit Erfolg be⸗

. treiben zu können, weshalb ich auch meinen kuͤnftigen Wohnſitz in Schneeberg nehmen werde. Demnach