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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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Schmerzes nun enthoben war, ſeinen eigenen Vater in's Ungluͤck bringen zu müſſen.

Aber fragte er unter hervorquellenden Thraͤ⸗ nen den Herrn Schulmeiſter:Wird denn mein ar⸗ mer Vater und Bruder auch ſelig geworden ſein?

Dies wollen wir von dem gnadenreichen Vater aller Barmherzigkeit hoffen verſetzte jenerin⸗ dem ſchon, ſollte man meinen, durch die qualvolle To⸗ desart der beiden Schuldigen der goͤttlichen Gerechtig⸗ keit genug geſchehen iſt. Und ſelbſt der reuige Aus⸗ ruf, womit Dein Vater aus der Welt ging, wird von dem Vater unſers Herrn Jeſu Chriſti gnadenvoll auf⸗ genommen worden ſein.

Da ging Peter getroͤſtet in das Trauerhaus, wo er ſeine Mutter feſt entſchlafen, ſeinen Vater aber als einen unfoͤrmlichen Leichnam auffand. Bitterlich ſchluch⸗ zend knieete er neben demſelben hin. Jetzt konnte und durfte er die brandgeſchwollne Hand des Vaters küſ⸗ ſen und mit ſeinen Zähren benetzen, denn der Tod hatte ſie von ihrer Blutſchuld entſuͤhnt. Nachdem er das Tuch, welches der mitleidige Hauswirth zur Be⸗ deckung des Todten hergeliehen, wieder uͤber denſelben weggebreitet hatte, ſetzte er ſich an das Bette der ge⸗ liebten Mutter, welche bei ihrem ſpaͤten Erwachen ei⸗ nen Engel in ihm zu erblicken vermeinte. Und nun

begann durch Peters wahrheitstreue Erzählung heilen⸗ 33