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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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ſolche abſcheuliche Worte gegen Deine arme, kranke Mutter im Munde? Goͤnnſt Deinem Vater nicht ein⸗ mal einen ruhigen Schlaf? Dir kann und wird's nim⸗ mer wohl gehen auf Erden! Das geht Euch auch nichts an antwortete Veitund was kann ich dafuͤr, wenn meine Mut⸗ ter krank iſt?

Merk auf, ungluͤckliches Kind! ſprach Schlegel

feierlichich will Dir erzaͤhlen, wie Deine Mutter

zu ihrer Krankheit gekommen iſt. Als ſie noch geſund und ruͤſtig war, wuſch ſie einſtmals im rauhen Herbſte in der Kunathsmuͤhle. Die heißen Daͤmpfe des ko⸗ chenden Waſchwaſſers, ſowie ihre Emſigkeit hatten ſie in einen ſtarken Schweiß gebracht, welchen zu vermin⸗ dern ſie die warme Decke abgelegt hatte. Plotzlich er⸗ toͤnt das Geſchrei, daß ein kleiner etwa dreijahriger Knabe, der ſeine Mutter aufzuſuchen gekommen war, in den reißenden Muͤhlgraben gefallen ſei. Vom Schreck ergriffen, ſpringt Deine Mutter vom Waſchfaß hinaus an das Waſſer, in welchem ſie einen blonden Locken⸗ kopf bald auf⸗, bald untertauchen ſieht. Ohne ſich zu beſinnen, ſtuͤrzt ſie ſich ſchweißtriefend in das eiſige Waſſer und bezahlt die Rettung des kleinen Kindes mit dem Verluſte ihrer Geſundheit. Und dieſes Kind warſt Du! und Dir zu Liebe opferte Deine Mutter Geſundheit, Gluͤck und Leben. Kuͤmmert Dich der beiam⸗

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