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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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ſprach ihr Vaterwir muͤſſen die Mutter wecken. Hole Du tauſend Menſchen herbei ſie alle werden das Kind nicht beruhigen koͤnnen. Reiche ihm die theuerſten Leckereien beſchenke es mit Säcken voll Gold: nichts kann ihm in der erſten Zeit ſeines Le⸗ bens die Mutter erſetzen. Daraus erkennen wir, daß des Menſchen erſte und groͤßte Wohlthaͤterin die Mut⸗ ter ſei, und ihr deshalb auch unſere groͤßte Liebe und Dankbarkeit gebuͤhre.Und dem Vater dazu ſprach Pauline eifrig, indem ſie der munter gewordenen Mut⸗ ter das Kind hingab, welches ſofort ſein Schreien ein⸗ ſtellte und an der Mutterbruſt jedes Schmerzes vergaß.

Mein Fruͤhſtuck will ich haben! hob Veit tro⸗ tzig zu ſeiner Mutter an, welcher er nicht einmal einen guten Morgen gewuͤnſcht hatte.

Du ſiehſt ja, daß der Vater noch ſchläft verſetzte dieſe.Ich mit meinen lahmen Armen und Beinen kann nichts verrichten, wie Du weißt.

Ich will aber mein Fruͤhſtuͤck haben rief Veit muͤrriſch.Was ſcheer' ich mich um Eure Arme und Beine? Ich wecke den Vater!

O Du gottloſer Menſch! zuͤrnte der Schuhfli⸗ ckerhaſt Du nicht eben gehoͤrt, daß man ſeinen Aeltern die groͤßte Liebe und Dankbarkeit ſchuldig iſt? Haſt Du nicht in der Schule gelernt, daß man ſeinen Vater und ſeine Mutter ehren ſolle? und Du fuͤhrſt